19 Palliativmedizinische Aspekte: Juckreiz

Autor/en: M. Karthaus, H. Pohlmann
Letzte Änderung: 18.03.2013

Die Pathogenese des Pruritus ist nur zum Teil geklärt. Bei ikterischem Juckreiz wird das Auftreten teilweise auf die kutane Ablagerung von Gallensäuren zurückgeführt. Häufig wirken kühlere Außentemperaturen Juckreiz-mildernd. Hauttrockenheit kann den Pruritus verstärken. Nur wenige Medikamente zur Behandlung des Pruritus haben sich klinisch bewährt (Antihistaminika oder Phenothiazine). Der sedierende Nebeneffekt dieser Medikation ist zu beachten. Bei einem Ikterus empfiehlt sich der Einsatz von Cholestyramin, Fallberichte beschreiben auch einen Effekt von 5-HT3 Antagonisten (z.B. Ondansetron). Androgene wurden erfolgreich eingesetzt, können ihrerseits aber selbst zu einer intrahepatischen Cholestase führen. Ursodesoxycholsäure wurde bei primär biliärer Zirrhose und primär sklerosierender Cholangitis erfolgreich eingesetzt. Bei Therapieresistenz ist ein Versuch mit Rifampicin möglich. Bei maligner biliärer Obstruktion kommen interne oder externe Drainageverfahren zur Anwendung, wenn Lebenserwartung und AZ ein invasives Vorgehen zulassen; dabei haben sich endoskopische Verfahren (biliärer Stent) gegenüber externen Drainagen durchgesetzt. Chirurgische Verfahren sind bei Patienten in gutem Allgemeinzustand und einer längeren Lebenserwartung von >6 Monaten zu diskutieren.