Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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6.1 Hämatopoetische Wachstumsfaktoren - Stimulation der Granulopoese mit Granulozytenkolonie-stimulierendem-Faktor (G-CSF): Rationale

Autor/en: H. Link
Letzte Änderung: 25.01.2006

Eine der wichtigsten Aufgaben der weißen Blutzellen ist die körpereigene Abwehr. Diese und die Blutbildung werden durch die Therapie bösartiger Erkrankungen häufig beeinträchtigt. Zytostatika, Strahlentherapie und immunsuppressive Therapien greifen an unterschiedlichen Stellen in die Zellneubildung oder die Funktion der Blutzellen ein. Daraus resultieren entsprechende Defizite, wie z.B. Leukozytopenie, Anämie und Thrombozytopenie, mit entsprechenden klinischen Konsequenzen der erhöhten Infektanfälligkeit und der verstärkten Blutungsneigung. Diese Symptome können umso ausgeprägter sein, je intensiver die vorangegangene Therapie war und je ausgeprägter die vorbestehende Knochenmarkinsuffizienz durch die maligne Grundkrankheit selbst ist. Dementsprechend gibt es unterschiedliche Risikokategorien für die beschriebenen klinischen Probleme.

Bei einem Mangel an Granulozyten reagiert der Organismus mit einem Anstieg der Produktion hämatopoetischer Wachstumsfaktoren, wie z.B. G-CSF. Werden in dieser Situation therapeutisch zusätzlich Wachstumsfaktoren - G-CSF (Granulocyte colony stimulating factor) oder GM-CSF (Granulocyte macrophage colony stimulating factor) - zugeführt, so kann die Proliferation der Granulopoese verstärkt und ihre Regeneration beschleunigt werden.

Die therapieinduzierte Neutropenie kann mit den Kolonie-stimulierenden-Faktoren (CSF) der Granulopoese (G-CSF und GM-CSF) vermieden, abgemildert oder in ihrer Zeitdauer verkürzt werden. Die CSF ermöglichen die Mobilisation hämatopoetischer Stammzellen in das Blut und deren Sammlung für die Transplantation nach Hochdosistherapie [Welte K 1996]. Durchgesetzt hat sich der Granulozytenkolonie-stimulierende-Faktor G-CSF, von dem Filgrastim, pegyliertes Filgrastim (Pegfilgrastim) und Lenograstim verfügbar sind.

Literaturreferenzen:

  • Welte K, Gabrilove J, Bronchud MH, Platzer E, Morstyn G.
    Filgrastim (r-metHuG-CSF): The first 10 years.
    Blood 1996;88:1907-1929. PM:8822908
    [Medline]


Bei ONKODIN publiziert in Kooperation mit "Deutscher Ärzte-Verlag"
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