Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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5.4 Schmerztherapie bei Tumorerkrankungen: Grundregeln der medikamentösen Schmerztherapie

Autor/en: M. Kloke
Letzte Änderung: 25.01.2006

Derzeit gibt es keine neuen Erkenntnisse, die ein Abrücken von den 3 Grundregeln der medikamentösen Schmerztherapie rechtfertigen:

So gilt das Primat der oralen Therapie, wobei bei Schluckstörung oder Sondenernährung Tropfen, Suspensionen oder öffnenbare Kapseln verwendet werden. Nur bei konstantem Dauerschmerz sind transdermale Systeme vermutlich gleichwertig. Jede andere Applikationsform bedarf der besonderen Indikation.

Die Gabe nach Zeitschema entsprechend der Wirkdauer der Einzelsubstanz dient dem Ziel der Schmerzprophylaxe und führt letztlich zu einer besseren Verträglichkeit aufgrund stabiler Wirkspiegel.

Es wird empfohlen, die Medikation stufenweise aufzubauen. So sind antipyretischen Analgetika die Eingangsmedikamente, die bei unzureichender Wirkung um schwache Opioide ergänzt werden. Bleibt die Schmerzlinderung weiterhin unzureichend, so werden diese durch stark wirkende Opioide ersetzt.

In Abhängigkeit vom Schmerztyp können auf jeder der 3 Stufen oder in seltenen Fällen auch ausschließlich sog. Ko-Analgetika zur Anwendung kommen, d.h. Substanzen, deren wesentliche Indikation nicht "Schmerz" ist und deren Einsatz häufig den Tatbestand eines Off-label-Use darstellt. Über die Verträglichkeit und sekundär auch die Compliance entscheiden ebenso die Qualität der Nebenwirkungsprophylaxe (s. unten), das Ausmaß der Patientenaufklärung und -akzeptanz sowie die Kompatibilität der Therapieschemata mit dem Alltag des Patienten.

Bei ONKODIN publiziert in Kooperation mit "Deutscher Ärzte-Verlag"
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