Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Kooperation aus Sicht des Nuklearmediziners

Abstract | Bild-(Ton-)Präsentation siehe hier
Autor/en: Priv.-Doz. Dr. Klemens Scheidhauer, Klinik f. Nuklearmedizin, Klinikum rechts der Isar, München
Letzte Änderung: 07.05.2004

Die Durchführung der Radioimmuntherapie als eine systemische Strahlentherapie mit radioaktiv markierten Antikörpern liegt in der Verantwortung des Nuklearmediziners. Entsprechend sollte der Nuklearmediziner als wichtiges Mitglied im interdisziplinären Behandlungsteam frühzeitig in die Therapiekonzeption eingebunden werden: Für die Indikationsprüfung (rechtfertigende Indikation) sind Kenntnisse der Erkrankung, der Therapieoptionen sowie der Wirksamkeit und der Sicherheit dieser Therapie notwendig; die Bestellprozesse von Antikörper (Kühlkette) und Radioaktivität müssen koordiniert werden; die Qualitätsstandards der Radiomarkierung sind einzuhalten und adäquate Strahlenschutzmaßnahmen müssen bei der sicheren intravenösen Applikation des hochenergetischen Betastrahlers gewährleistet sein.

Die akute Verträglichkeit von Ibritumomab-Tiuxetan ist gut und ähnlich wie bei nicht-radioaktiv-markierten CD20-Antikörpern (Rituximab), welche ggf. ebenfalls durch den Nuklearmediziner appliziert werden können. Eine Knochenmarktoxizität kann im Schnitt 7-9 Wochen nach Therapie auftreten und 2-3 Wochen dauern. Bei Patienten mit erniedrigten Thrombozyten darf daher nur eine niedrigere Aktivitätsmenge verabreicht werden. Patienten mit weniger als 100.000 Thrombozyten/µl, Patienten bei denen mehr als 25% des Knochenmarks mit Lymphomzellen infiltriert sind, oder solche, bei denen mehr als 25% des aktiven Knochenmarks extern bestrahlt wurden, sollten nicht mit Ibritumomab-Tiuxetan behandelt werden.

Aufgrund der strahlenschutzrechtlichen Bestimmungen ist in Deutschland derzeit noch eine 48 h Hospitalisierung erforderlich, wobei im europäischen Ausland sowie in den USA diese Therapie auch ambulant durchführbar ist. Eine vorausgehende Bildgebung bzw. Dosimetrie ist möglich, aber entsprechend der Zulassung nicht erforderlich.

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