Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Therapiesteuerung aus Sicht des Hämatologen in der Klinik

Abstract | Bild-(Ton-)Präsentation siehe hier
Autor/en: Prof. Dr. Antonio Pezzutto, Medizinische Klinik mit S. Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie, Universitätsklinikum Charité, Campus Virchow-Klinikum, Berlin
Letzte Änderung: 07.05.2004

Das therapeutische Potenzial von Ibritumomab-Tiuxetan in der Lymphomtherapie ist vielversprechend, eine genaue Definition des Spektrums von Indikationen wird Aufgabe der Zukunft sein. Die Fragen zu weiteren Indikationen, idealem Zeitpunkt der Therapie, Kombination mit anderen Therapiemodalitäten, Rolle in der Erhaltungstherapie sind noch offen, und müssen in Hinblick auf Sicherheit und Toxizität untersucht werden. Gemeinsam mit den Nuklearmedizinern wollen wir z.B. die Rolle von Ibritumomab-Tiuxetan im Kontext der Hochdosistherapie bei rezidivierten hochmalignen B-Zell-Lymphomen untersuchen.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Hämatologen und Nuklearmedizinern ist für die Durchführung der Ibritumomab-Tiuxetan-Therapie eine wichtige Voraussetzung. Bereits die Indikation zur Ibritumomab-Tiuxetan-Therapie sollte gemeinsam getroffen werden. Aufgrund eigener Erfahrungen scheinen sehr rasch progrediente Lymphome oder Lymphome, welche frühzeitig nach einer Hochdosistherapie rezidivieren, von Ibritumomab-Tiuxetan wenig zu profitieren. Vortherapien, Dynamik der Erkrankung, Alter, Allgemeinzustand, Knochen-markreserve und Organschädigung, alternative Optionen und schließlich der individuelle Patientenwunsch müssen berücksichtigt werden.

Obwohl die Dosimetrie für die Routine-Durchführung einer Ibritumomab-Tiuxetan-Therapie nicht notwendig ist, wollen wir gemeinsam mit den Nuklearmedizinern eine Dosimetrie bei vorhandener Organschädigung von Leber, Niere und möglicherweise Lunge sowie bei vorausgegangener Bestrahlung eines größeren Knochenmarksareals durchführen, um mehr Erfahrungen über potenzielle Risiken, Nebenwirkungen und Interaktionen der Ibritumomab-Tiuxetan-Therapie zu gewinnen. Auch bei leukämischen Patienten könnte eine Dosimetrie indiziert sein, um gegebenenfalls die zu applizierende Yttrium-Dosis anzupassen.

Da die Ibritumomab-Tiuxetan-Applikation in der Regel in der nuklearmedizinischen Abteilung erfolgt, ist eine gemeinsame Diskussion der einzelnen Patienten im Hinblick auf Risiken wie z.B. Tumorlyse, allergische/anaphylaktische Reaktionen, Exposition von Familienangehörigen (bes. relevant bei Säuglingen bzw. Kleinkindern im Haushalt) notwendig.

Aufgrund der Latenz zwischen Therapieentscheidung und Zeitpunkt der Ibritumomab-Tiuxetan-Applikation kann bei Patienten mit rasch-progredientem Verlauf bzw. mit transformierten follikulären Lymphomen eine Überbrückungstherapie notwendig sein, deren potenzielle Toxizität im Hinblick auf die hämatologische Toxizität von Ibritumomab-Tiuxetan berücksichtigt werden muss.

Schließlich erscheint es sinnvoll, dass die Therapie aufgrund der Kosten gemeinsam vom Hämatologen und vom Nuklearmediziner bei den Kostenträgern beantragt wird.

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