Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Therapiesteuerung aus Sicht des niedergelassenen Hämatologen

Abstract | Bild-(Ton-)Präsentation siehe hier
Autor/en: Dr. Friedrich Overkamp, Praxis und Tagesklinik für Onkologie, Recklinghausen
Letzte Änderung: 07.05.2004

Die Ibritumomab-Tiuxetan-Therapie erfordert interdisziplinäre Zusammenarbeit einer hämatologischen Praxis mit einer nuklearmedizinischen Einrichtung. Das Instrument der Integrierten Versorgung (§ 140 a ff SGB V) bietet sich als Versorgungsstruktur der Wahl für diese spezielle Therapie an. Es bietet die Möglichkeit, qualitätsgesicherte, sektorübergreifende und strukturverändernde Vertragsbedingungen zu vereinbaren.

Vertragspartner sind die Hämatologisch-onkologische Praxis und Nuklearmedizinische Abteilung(en); Vertragsgegenstand ist die Behandlung und Versorgung von Patienten, für die eine Indikation zum Einsatz von Ibritumomab-Tiuxetan besteht. Der Leistungsumfang beinhaltet Leistungen der Nuklearmediznischen Klinik, Leistungen der Praxis und Leistungen für Labor, Arzneimittelkosten (insbesondere Ibritumomab-Tiuxetan) und Fahrtkosten.

Wichtig ist es, einen genauen Ablaufplan zu erstellen und zu definieren, welche Maßnahmen in welcher Einrichtung durchgeführt werden. Leistungen der Praxis sind die Diagnostik und Indikationsstellung, die Gabe von Rituximab an den Tagen 1+8, die Organisation des Krankentransportes, die Dokumentation, die Überwachung und Behandlung der Myelosuppression sowie die Verordnung und Überwachung der Begleitmedikation. Als Leistungsmenge müssen die Zahl der Behandlungsfälle pro Kalenderjahr vereinbart werden. Im Falle einer Überschreitung sind Einzelkostenzusagen zu vereinbaren.

Der Qualitätssicherung dienen die Onkologievereinbarung (§§ 135 Abs. 2 SGB), die Dokumentation, der Patientenpass und das Radioimmuntherapie-Register. Eine Evaluation der Qualität muss von einer externen Stelle durchgeführt werden.

Die Versicherten erklären ihre Teilnahme an der Integrierten Versorgung durch Unterzeichnung einer Teilnahmeerklärung, die Teilnahme ist freiwillig. Die Leistungen werden über eine Komplexpauschale vergütet, zum Ausgleich der Preisentwicklung wird diese jährlich zum 01.01. angepasst. Für die Versicherten fällt keine Zuzahlung an.

Die Komplexpauschale umfasst bei Ibritumomab-Tiuxetan die ärztlichen Leistungen im Rahmen der Radioimmuntherapie von Tag 1 bis inkl. Tag 11 (Tag nach der Entlassung aus der nuklearmedizinischen Einrichtung), die Kosten des stationären Aufenthaltes, die Kosten für Laborleistungen, Krankentransport, Ibritumomab-Tiuxetan, Begleitmedikation und das Arzthonorar. Entscheidend ist, dass die Leistungen der Klinik (Nuklearmedizin) und der Onkologischen Praxis vollständig außerhalb der sonstigen Vergütung abgebildet werden. Die Auswirkungen auf das Krankenhausbudget bzw. Budget der KV sind Gegenstand von Verhandlungen; die Krankenkasse gewährt für diese Modellprojekte eine Anschubfinanzierung.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Integrierte Versorgung ein attraktives Modell und eine Chance gerade für die interdisziplinäre Radioimmuntherapie mit Ibritumomab-Tiuxetan darstellt.

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Die Vorträge sind vollständig als Bild-(Ton-)Präsentationen publiziert (RealPlayer wird für den Ton benötigt). Folgen Sie diesem Link: [Mehr]