Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Radioimmuntherapie - Was bringt die Zukunft?

Abstract | Bild-(Ton-)Präsentation siehe hier
Autor/en: Prof. Dr. Norbert Schmitz, Hämatologische Abteilung, Allgemeines Krankenhaus St. Georg, Hamburg
Letzte Änderung: 07.05.2004

Ibritumomab-Tiuxetan wurde im Januar 2004 für die Behandlung rezidivierter oder refraktärer follikulärer Non-Hodgkin-Lymphome zugelassen. Aufgrund der hohen Wirksamkeit und geringen Toxizität stellt es ein neues attraktives Prinzip in der Behandlung der Non-Hodgkin-Lymphome dar. Weitere mögliche Indikationen umfassen den früheren Einsatz bei follikulären Lymphomen, den Einsatz bei anderen Lymphomentitäten wie diffus-großzelligen Lymphomen, Mantelzell-Lymphomen und anderen CD20-positiven Lymphomen sowie den Einsatz im Rahmen der Hochdosistherapie.

Wie eine Analyse an 169 mit Ibritumomab-Tiuxetan behandelten Patienten mit follikulären NHL gezeigt hat, stieg die Remissionsrate von 79,3% bei Patienten mit mehr als 2 Vortherapien auf 90,3% bei Patienten mit nur einer Vorbehandlung. Die CR-Rate war signifikant erhöht (54,7% vs. 30,2%; p=0,004). Zudem lag die mediane Remissionsdauer bei CR-Patienten in mehreren Studien bei 23 Monaten. Daraus ergibt sich die Rationale für Studien, in denen Ibritumomab-Tiuxetan bei follikulären NHL früh im Therapieverlauf eingesetzt wird, so z.B. als Konsolidierung nach initialer Chemotherapie.

Die Aktivität von Ibritumomab-Tiuxetan konnte auch bei Mantelzell-Lymphomen, transformierten und aggressiven Lymphomen im Rahmen der Entwicklungsstudien in den USA an kleinen Fallzahlen gezeigt werden. Derzeit laufen Studien bei Mantelzell-Lymphomen (European MCL Network) und diffus-großzelligen NHL, um die Wirksamkeit zu bestätigen und den Stellenwert der Radioimmuntherapie auch bei diesen Entitäten zu definieren.

Schließlich gilt das große wissenschaftliche Interesse Ansätzen zum Einsatz von Ibritumomab-Tiuxetan im Rahmen myeloablativer Konzepte. Bei diesen wird sowohl die konventionelle Dosierung als auch eine Dosiseskalation von 90Y-Ibritumomab-Tiuxetan in Kombination mit hochdosierter Chemotherapie und Stammzelltransplantation untersucht. So wird von der German Low Grade Lymphoma Study Group (GLSG) ein Studienkonzept bei Mantelzell- und rezidivierten follikulären Lymphomen durchgeführt, die Deutsche Studiengruppe Hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome (DSHNHL) prüft ein eskaliertes Z-BEAM-(Ibritumomab-Tiuxetan, BCNU, Etoposid, Ara-C, Melphalan)-Schema bei rezidivierten aggressiven NHL.

Zahlreiche weitere potenzielle Indikationen belegen, dass die Radioimmuntherapie mit Ibritumomab-Tiuxetan eine äußerst attraktive, viel versprechende zusätzliche Therapieoption für die Behandlung der Non-Hodgkin-Lymphome darstellt.

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Die Vorträge sind vollständig als Bild-(Ton-)Präsentationen publiziert (RealPlayer wird für den Ton benötigt). Folgen Sie diesem Link: [Mehr]