Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Monoklonale Antikörper: Innovative Therapie bei NHL

Abstract | Bild-(Ton-)Präsentation siehe hier
Autor/en: Prof. Dr. Andreas Engert, Klinik I für Innere Medizin, Universität zu Köln
Letzte Änderung: 07.05.2004

Nachdem monoklonale Antikörper (MAK) 20 Jahre lang fast ausschließlich zu diagnostischen Zwecken in der Hämatologie und internistischen Onkologie eingesetzt werden konnten, eröffnete die Humanisierung von murinen Antikörpern neue Perspektiven in der zielgerichteten Tumortherapie.

Nach Einführung des Anti-CD20-Antikörpers Rituximab im Jahre 1997 zeigte sich, dass humanisierte Antikörper wie Rituximab oder Alemtuzumab ohne weitere Modifikationen erhebliche selektive Anti-Lymphomaktivität entfalten. Rituximab wurde initial für die Behandlung rezidivierter niedrigmaligner Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) zugelassen. Mittlerweile wurde die Indikation auch auf hochmaligne NHL in Kombination mit einer Chemotherapie erweitert. Zulassungen für die First-Line-Therapie bei niedrig-malignen NHL stehen ebenfalls kurz bevor.

Der gegen das CD52-Antigen gerichtete humanisierte Antikörper Alemtuzumab ist bisher für die Behandlung der rezidivierten und Fludarabin-vorbehandelten chronisch lymphatischen Leukämie (CLL) zugelassen. Interessante Weiterentwicklungen für diese sowohl gegen B- als auch T-Lymphozyten gerichtete Substanz betreffen die subkutane Applikation, den Einsatz zur Elimination der minimalen Resterkrankungen (MRD) sowie den Einsatz in einer kombinierten Immun-Chemotherapie. Hier konnte gezeigt werden, dass die gleichzeitige Gabe von Alemtuzumab und Fludarabin in einer Phase-II-Studie (FluCam) gut verträglich und exzellent wirksam bei maximal vortherapierten CLL Patienten ist. Auf der Basis dieser Daten wird eine prospektiv randomisierte transatlantische Multicenterstudie durchgeführt (CAM 314), in der das FluCam-Schema mit Fludarabin verglichen wird.

Um die Möglichkeiten Antikörper-gestützter Immuntherapien weiter zu optimieren, wurden Kopplungen von Toxinen an Antikörper (Immuntoxine) untersucht und bispezifische Antilymphom-Antikörper generiert. Eine sehr viel versprechende, auch bereits zugelassene Alternative ist die Entwicklung von Radioimmunkonjugaten, mit denen eine gezielte Bestrahlung von Tumorzellen möglich ist. Radioimmunkonjugate bestehen aus einem spezifisch bindenden monoklonalen Antikörper, an den ein Radioisotop wie Yttrium-90 (bei Ibritumomab-Tiuxetan) oder Jod-131 gekoppelt ist.

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