Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Erste Ergebnisse einer randomisierten Phase-II-Studie von SGI-110, einer neuen subkutan applizierbaren hypomethylierenden Substanz, an 102 Patienten mit Intermediär-/Hochrisiko-MDS oder Chronischer Myelomonozytärer Leukemie (CMML)

Titel des Originals:

First Clinical Results of a Randomized Phase 2 Dose-Response Study of SGI-110, a Novel Subcutaneous (SC) Hypomethylating Agent (HMA), in 102 Patients with Intermediate (Int) or High Risk (HR) Myelodysplastic Syndromes (MDS) or Chronic Myelomonocytic Leukemia (CMML).

Abstract-Nr.:

529

Jahr:

2014

Original im Internet:

Blood (ASH Annual Meeting Abstracts) 2014 124: Abstract 529

Autor/en:

Guillermo Garcia-Manero, MD1, Ellen K. Ritchie, MD2, Katherine Walsh, MD3*, Michael Savona, MD4, Patricia Kropf, MD5, Casey O'Connell, MD6, Raoul Tibes, MD7, Naval G. Daver, MD1, Elias Jabbour, MD1, Scott Lunin, MD8*, Todd L. Rosenblat, MD9, Karen Yee, MD10, Wendy Stock, MD11, Elizabeth A. Griffiths, MD12, Joseph R Mace, MD13*, Nikolai A. Podoltsev, MD, PhD14, Jesus G. Berdeja, MD15, Jean-Pierre Issa, MD16*, Woonbok Chung, PhD16*, Sue Naim17*, Pietro Taverna, PhD17*, Yong Hao, PhD17*, Mohammad Azab, MD17, Hagop M. Kantarjian, MD1 and Gail J. Roboz, MD2

Institution/en:

1University of Texas, MD Anderson Cancer Center, Houston, TX; 2Weill Cornell/NY Presbyterian Medical Center, New York, NY; 3The Ohio State University, Columbus, OH; 4Sarah Cannon Research Institute/Tennessee Oncology, Nashville, TN; 5Fox Chase Cancer Center, Philadelphia, PA; 6USC Keck School of Medicine, University of Southern California, Los Angeles, CA; 7Mayo Clinic Arizona, Scottsdale, AZ; 8Florida Cancer Specialists, Engelwood, FL; 9New York-Presbyterian/Columbia University Medical Center, New York, NY; 10Princess Margaret Cancer Center, Toronto, Canada; 11University of Chicago Medical Center, Chicago, IL; 12Roswell Park Cancer Institute, Buffalo, NY; 13Florida Cancer Specialists, St Petersburg, FL; 14Yale University School of Medicine, New Haven, CT; 15Sarah Cannon Research Institute, Nashville, TN; 16Fels Institute, Temple University, Philadelphia, PA; 17Astex Pharmaceuticals, Inc., Dublin, CA

Zusammenfassung des Berichts

SGI-110, ein neues Decitabin-Dinukleotid mit längerer Halbwertszeit und subkutaner Applikation, zeigt biologische und klinische Wirksamkeit bei MDS und CMML.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Die intravenöse Therapie mit Decitiabin führt zu hohen Spitzenkonzentrationen bei jedoch nur relativ kurzer Expositionsdauer, was möglicherweise die Wirksamkeit einschränken könnte. Die obligat intravenöse Applikation kann zusätzlich im Alltag Probleme bereiten. SGI-110 ist ein Dinukleotid aus Decitabin und Deoxyguanosin, welches s.c. verabreicht werden kann und eine deutlich längere Halbwertszeit als Decitabin i.v. aufweist.

Fragestellung der Studie

Ansprechen auf die Therapie nach Kriterien der International Working Group (IWG), Sicherheit gemäß etabllierter Toxizitätskriterien, DNA-Demethylierung (gemessen an LINE-1).

Art der Studie

Multizentrische, offene, randomisierte Studie

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Einschluss sowohl therapienaiver als auch vorbehandelter Patienten mit mindestens Intermediärrisiko-MDS oder CMML. Randomisation der SGI-110 Dosis zwischen 60 mg/m2/Tag vs. 90 mg/m2/Tag jeweils für 5 Tage eines 28-tägigen Zyklus. Insgesamt wurden 102 Patienten eingeschlossen (53 vorbehandelte, 49 therapienaive).

Ergebnisse, Toxizität

  • Das Gesamtansprechen lag mit 34,7% im 90 mg/m2-Arm etwas höher als im niedriger dosierten Arm (26,4%).
  • Komplette Remissionen (CR) waren bei 7,5% der Patienten im 60 mg/m2 und bei 10,2% der Patienten im 90 mg/m2-Arm zu beobachten.
  • Bei den bereits vorbehandelten Patienten lag das Gesamtansprechen bei 22,7% und die CR-Rate bei 4,8 %.
  • Ca. 30% der Patienten erreichten eine länger als 8 Wochen andauernde Transfusionsfreiheit.
  • In beiden Armen wurden im Median 4 Zyklen appliziert.
  • In beiden Armen war jeweils bei etwa 30% der Patienten eine Therapieverzögerung und bei 20% der Patienten eine Dosisreduktion notwendig.
  • An Nebenwirkungen war vor allem Hämatotoxizität zu beobachten.
  • Der Grad der Demethylierung der untersuchten DNA-Abschnitte unterschied sich nicht zwischen den beiden unterschiedlich dosierten Studienarmen.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

SGI-110 ist eine neue gut verträgliche demethylierende Substanz. Besonders vielversprechend erscheint die Wirksamkeit bei bereits mit hypomethylierenden Substanzen vorbehandelten Patienten.

Kommentar / Beurteilung

SGI-110 zeigte gute Ansprechraten bei Patienten mit MDS / CMML. Allerdings sind Ansprechraten allein nur bedingt aussagekräftig, bis zum Vorliegen der Überlebensdaten müssen die von Garcia-Manero berichteten Daten daher als präliminär eingestuft werden. Zum jetzigen Zeitpunkt kann kein klarer Vorteil der Substanz im Vergleich zu Decitabin oder Azacytidin bei nicht vorbehandelten Patienten abgeleitet werden. Sollten sich die Remissionen der mit Decitabin/Azacytidin vorbehandelten Patienten als dauerhaft erweisen, würde SGI-110 das therapeutische Arsenal durchaus bereichern.


Autor des Berichts:

Dr. med. Martin Wermke

Institution:

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Medizinische Klinik und Poliklinik I, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden

Letzte Änderung:

22.12.2014