Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Quantitative Analyse von patientenspezifischen genetischen Läsionen in primären und Xenograft-transplantierten myelodysplastischen Syndromen zeigt eine komplexe Hierarchie und eine subklonale Vielfältigkeit während der Krankheitsprogression

Titel des Originals:

Quantitative Analysis of Patient-Specific Lesions in Primary and Xenografted Myelodysplastic Syndromes Reveals Complex Hierarchies and Subclonal Diversity That Evolve during Disease Progression.

Abstract-Nr.:

4604

Jahr:

2014

Original im Internet:

Blood (ASH Annual Meeting Abstracts) 2014 124: Abstract 4604

Autor/en:

Johann-Christoph Jann, 1*, Daniel Nowak1*, Janina Wittig1*, Florian Nolte1*, Stephanie Fey1*, Verena Nowak1*, Julia Obländer1*, Jovita Pressler1*, Katja Müdder2*, Corinna Klein2*, Bettina Zens2*, Uwe Platzbecker, MD3, Claudia Schönefeldt3*, Alice Fabarius, PhD1*, Helmut Blum, PhD4*, Torsten J Schulze, MD5*, Claudia Haferlach, MD6, Andreas Trumpp, PhD2, Wolf-Karsten Hofmann1, Hind Medyouf, PhD2* and Maximilian Mossner1*

Institution/en:

1Department of Hematology and Oncology, University Hospital Mannheim, Mannheim, Germany; 2Division of Stem Cells and Cancer, German Cancer Research Center (DKFZ), Heidelberg, Germany; 3University Hospital Dresden, Dresden, Germany; 4Laboratory for Functional Genome Analysis, Gene Center, Munich, Germany; 5Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie, Universitätsmedizin Mannheim, Mannheim, Germany; 6MLL Munich Leukemia Laboratory, Munich, Germany

Zusammenfassung des Berichts

Oligoklonalität beim MDS kann durch quantitative Mutationsanalyse mittels Deep Sequencing festgestellt werden. Die Identifikation sogenannter "Founder Lesions" ist derzeit Gegenstand zahlreicher experimenteller Ansätze.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Der Pathomechanismus und die Bedeutung von Einzelmutationen zu verschiedenen Zeitpunkten der MDS-Entwicklung ist bisher nicht klar verstanden. Bisherige Analysen haben gezeigt, dass einzelne Mutationen in verschiedenen Zelltypen der Hämatopoese beim MDS unterschiedlich stark nachzuweisen sind. Der serielle Nachweis von Mutationen könnte die Theorie der klonalen Expansion beim MDS unterstützen.

Fragestellung der Studie

Klonale Architektur des MDS

Art der Studie

Grundlagen-Analyse

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

  • Quantitative klonale Analyse in verschiedenen hämatopoetischen Kompartimenten beim MDS.
  • Modell: Xenograft-Transplantationsmodell in NGS-Mäusen.
  • Technik: Targetspezifisches Next Generation Sequencing.

Ergebnisse, Toxizität

  • MDS ist oligoklonal.
  • Oligoklonalität kann durch quantitative Mutationsanalyse mittels Deep Sequencing festgestellt werden.
  • Klonhierarchien können durch NGS, Xenograftmodelle, serielle Verlaufsproben, Analyse zellulärer Subfraktionen oder Einzelzellsequenzierung ermittelt werden.
  • Identifikation sog. "Founder Lesions" ist derzeit Gegenstand zahlreicher experimenteller Ansätze.
  • Die oligoklonale Zusammensetzung hämatologischer Neoplasien erfordert möglicherweise Paradigmenwechsel in der Diagnostik, dem Verlaufsmonitoring und der Therapiestrategie.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Welche Klone sollten Ziele von therapeutischen Bemühungen beim MDS sein?

  • "Founder"-Klone? Weil hiermit der möglicherweise krankheitsauslösende Grund therapeutisch beseitigt werden kann?
  • "Branching"-Klone? Weil sie meistens den "Tumorbulk" darstellen und möglicherweise instruktiv auf die Knochenmarknische einwirken und normale Hämatopoese unterdrücken?
  • Möglichst wenig tun, da eine therapeutische Klonreduktion nur Platz schafft für noch aggressivere Klone?
  • Neue therapeutische Paradigmen? Klonales Equilibrium anstreben anstatt maximale Eradikation?

Kommentar / Beurteilung

Durch Aufdeckung der klonalen Hierarchie beim MDS könnte es zu einer völlig neuen Betrachtungsweise der therapeutischen Strategien bei dieser Erkrankung kommen.


Autor des Berichts:

Prof. Dr. med. Wolf-K. Hofmann

Institution:

III. Medizinische Klinik (Hämatologie und Onkologie), Universitätsmedizin, Theodor-Kutzer-Ufer 1-3, 68167 Mannheim

Letzte Änderung:

11.02.2015


Ergänzende Literaturreferenz/en:

  • Medyouf H, Mossner M, Jann JC, Nolte F, Raffel S, Herrmann C, Lier A, Eisen C, Nowak V, Zens B, Müdder K, Klein C, Obländer J, Fey S, Vogler J, Fabarius A, Riedl E, Roehl H, Kohlmann A, Staller M, Haferlach C, Müller N, John T, Platzbecker U, Metzgeroth G, Hofmann WK, Trumpp A, Nowak D.
    Myelodysplastic cells in patients reprogram mesenchymal stromal cells to establish a transplantable stem cell niche disease unit.
    Cell Stem Cell. 2014 Jun 5;14(6):824-37. PMID:24704494
    [Medline]