Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Sicherheit und Wirksamkeit von Daratumumab mit Lenalidomid und Dexamethason bei Patienten mit rezidivierendem oder rezidivierendem/refraktärem multiplem Myelom

Titel des Originals:

Safety and Efficacy of Daratumumab with Lenalidomide and Dexamethasone in Relapsed or Relapsed, Refractory Multiple Myeloma.

Abstract-Nr.:

84

Jahr:

2014

Original im Internet:

Blood (ASH Annual Meeting Abstracts) 2014 124: Abstract 84

Autor/en:

Torben Plesner, MD1*, Hendrik-Tobias Arkenau, MD2*, Henk M. Lokhorst, MD PhD3, Peter Gimsing, MD, PhD4*, Jakub Krejcik, MD5*, Charlotte Lemech, MD6*, Monique C. Minnema, MD PhD3, Ulrik Lassen, MD PhD7*, Jacob P. Laubach, MD8, Tahamtan Ahmadi, MD, PhD9, Howard Yeh, MD10*, Mary E Guckert, MSN, RN11*, Huaibao Feng12*, Nikolai Constantin Brun, MD PhD13, Steen Lisby14, Linda Basse, MD DMSc13*, Antonio Palumbo, MD15 and Paul G. Richardson16

Institution/en:

1Vejle Hospital, Velje, Denmark; 2Sarah Cannon Research Insitute, London, United Kingdom; 3Hematology, UMC Utrecht, Utrecht, Netherlands; 4Department of Haematology, Rigshospitalet, University of Copenhagen, Copenhagen, Denmark; 5Vejle Hospital, Vejle, Denmark; 6Sarah Cannon Research Institute, London, United Kingdom; 7Rigshospitalet, Copenhagen, Denmark; 8LeBow Institute for Myeloma Therapeutics, Jerome Lipper Multiple Myeloma Center, Department of Medical Oncology, Dana-Farber Cancer Institute, Harvard Medical School, Boston, MA; 9Janssen, Springhouse, PA; 10Janssen Research & Development, Raritan, NJ; 11Janssen, Spring House, PA; 12Janssen Research&Development, Raritan, NJ; 13Genmab A/S, Copenhagen, Denmark; 14Genmab, Copenhagen, Denmark; 15Myeloma Unit, Division of Hematology, University of Torino, Torino, Italy; 16The LeBow Institute for Myeloma Therapeutics and Jerome Lipper Myeloma Center, Department of Medical Oncology, Danaminimale ReFarber Cancer Institute, Harvard Medical School, Boston, MA

Zusammenfassung des Berichts

In vorklinischen Studien führte die Kombination von Daratumumab mit Lenalidomid und Dexamethason zu einer verstärkten Apoptose von Myelomzelllinien in vitro. In der vorliegenden Studie wurden Sicherheit, Pharmakokinetik und Wirksamkeit von Daratumumab mit Lenalidomid und niedrig dosiertem Dexamethason bei Patienten mit rezidivierendem oder rezidivierendem/refraktärem multiplen Myelom untersucht.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

In-vitro-Untersuchungen an Zelllinien haben einen synergistischen Effekt der Kombination von Lenalidomid mit Daratumumab, einem humanen monoklonalen Antikörper (IgG1κ) gegen CD38-exprimierende Myelomzellen, aufgezeigt. In früheren Untersuchungen konnte mit einer Daratumumab-Monotherapie bei umfangreich vorbehandelter Patienten mit rezidivierendem oder rezidivierendem/refraktärem multiplen Myelom eine beachtliche Rate (42%) an partiellen Remissionen oder besser beobachtet werden.

Fragestellung der Studie

Die vorliegende Studie besteht aus zwei Teilen, wobei im ersten Teil die maximal tolerierte Dosis von Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason eruiert wurde. Im zweiten Teil wurde dann die Kombination von Daratumumab mit Lenalidomid und Dexamethason in der maximal tolerierbaren Dosis bei einer größeren Patientengruppe evaluiert.

Art der Studie

Offene, multizentrische Phase-I/II-Studie.

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Eingeschlossen wurden umfangreich vorbehandelte Patienten mit rezidivierendem oder rezidivierendem/refraktärem multiplen Myelom und einer Lebenserwartung ≥3 Monaten und ECOG-Status ≤2.

In der Dosisfindungsstudie wurde Daratumumab in einer Dosiseskalation von 2 bis 16 mg/kg pro Woche während der ersten 2 Monate und danach alle 2 Wochen bis zum 4. Monat und dann einmal monatlich bis zur Krankheitsprogression oder bis zur Intoleranz (für maximal 24 Monate) in Kombination mit Lenalidomid (25 mg) und wöchentlichem Dexamethason (40 mg) verbreicht. Als maximal tolerierte Dosis von Daratumumab wurden 16 mg/kg pro Woche eruiert.

Im 2. Teil dieser Untersuchung wurde die Therapie, wie oben angeführt, an einer größeren Patientengruppe überprüft.

Ergebnisse, Toxizität

Bei allen 20 evaluierbaren Patienten wurde eine Reduktion der M-Protein-Konzentration beobachtet. 15 Patienten erreichten eine ≥ partielle, 6 eine sehr gute partielle und 3 eine komplette Remission. Die mediane Zeit bis zum Ansprechen lag bei 3 Wochen (Bereich 2,1-11,3). Die Gesamtansprechrate betrug 75% für Patienten aus beiden Studienteilen und lag bei 92,3% bei den Patienten, die im zweiten Teil der Studie behandelt wurden.

Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason wurde gut toleriert: Infusionsbedingte Nebenwirkungen (in der Regel Grad 1 und 2) waren nur am Anfang der Therapie zu beobachten und ebenso wie die übrigen Nebenwirkungen leicht handhabbar.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Daratumumab führt in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason zu einer hohen Ansprechrate bei umfangreich vorbehandelten Patienten (75% in der Gesamtgruppe und 92,3% bei Patienten, die mit der höheren Dosis von Daratumumab behandelt wurden). Die Therapie ist gut verträglich, infusionsbedingte Nebenwirkungen waren nur am Anfang der Therapie zu beobachten.

Kommentar / Beurteilung

Daratumumab ist der erste als Monotherapie wirksame monoklonale Antikörper für die Behandlung des multiplen Myeloms. Durch Kombination mit Lenalidomid-Dexamethason kann eine hohe Ansprechrate erzielt werden.


Autor des Berichts:

Prof. Dr. Heinz Ludwig

Institution:

Wilhelminen Krebsforschungsinstitut, c/o 1. Medizinische Abteilung, Zentrum für Onkologie, Hämatologie und Palliativmedizin, Wilhelminenspital, Montleartstraße 37, 1160 Wien, Österreich

Letzte Änderung:

10.02.2015