Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Bortezomib-basierte Induktionstherapie gefolgt von autologer Stammzelltransplantation und Erhaltungstherapie mit Bortezomib verbessert die Prognose von Patienten mit multiplem Myelom, die einen Zugewinn 1q21 oder eine Translokation t(4;14) aufweisen - eine Subgruppenanalyse der HOVON65/GMMG-HD4-Studie

Titel des Originals:

Bortezomib-Based Induction Therapy Followed by Autologous Stem Cell Transplantation and Maintenance Therapy with Bortezomib Improves Outcome In Myeloma Patients with Gain 1q21 and t(4;14) - a Subgroup Analysis of the HOVON-65/GMMG-HD4 Trial

Abstract-Nr.:

305

Jahr:

2010

Original im Internet:

Blood (ASH Annual Meeting Abstracts) 2010 116: Abstract 305

Autor/en:

Kai Neben, Hartmut Goldschmidt1, Uta Bertsch1*, Thomas Hielscher2*, Bronno van der Holt3*, Dirk Hose1*, Laila el Jarari3*, Hans Salwender4*, Igor Wolfgang Blau4*, Michael Pfreundschuh4, Ulrich Duehrsen4, Katja Weisel4*, Hans Martin4*, Walter Lindemann4*, Christian Teschendorf4*, Mathias Haenel4*, Christof Scheid4*, Helgi van de Velde5*, Hans Guenter Derigs4*, Martin Hoffmann4*, Norma Peter4*, Martin Kaufmann4*, Ingo Schmidt-Wolf4*, Anna Jauch1*, Henk M Lokhorst3* and Pieter Sonneveld6

Institution/en:

1GMMG and University Hospital, Heidelberg, Germany; 2German Cancer Research Center, Heidelberg, Germany; 3HOVON, Netherlands; 4GMMG, Germany; 5Johnson & Johnson, Belgium; 6HOVON and Erasmus MC, Rotterdam, Netherlands

Zusammenfassung des Berichts

Im Rahmen dieser prospektiv, randomisierten Studie konnte gezeigt werden, dass eine Bortezomib-basierte Induktionstherapie gefolgt von autologer Stammzelltransplantation und Erhaltungstherapie mit Bortezomib in der Lage ist, die Prognose von Patienten mit multiplem Myelom zu verbessern, die ungünstige zytogenetische Veränderungen wie einen Zugewinn 1q21 oder eine Translokation t(4;14) aufweisen.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Haben zytogenetische Veränderungen eine prognostische Bedeutung beim multiplen Myelom, und sind neue Substanzen wie Bortezomib in der Lage, die Prognose bestimmter Subgruppen in Abhängigkeit einzelner zytogenetischer Aberrationen zu verbessern?

Fragestellung der Studie

Progressionsfreies Überleben und Gesamtüberleben in Abhängigkeit von einzelnen chromosomalen Aberrationen und zwei verschiedenen Therapiearmen

Art der Studie

Begleitforschung im Rahmen einer prospektiv, randomisierten Phase-III-Studie

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Es wurden Tumorzellen von insgesamt 258 Patienten mittels Fluorescence-in-situ-Hybridisierung (FISH) untersucht (Arm A, n=131; Arm B, n=127). Die Analysen umfassten verschiedene IgH-Translokationen wie t(11;14), t(4;14) und t(14;16), Deletionen der chromosomalen Regionen 8p21, 13q14 und 17p13 sowie Zugewinne der Chromosomen 1q21, 9q34, 11q23, 15q22 und 19q13.

Überblick Studiendesign: siehe Abbildung 2 unter www.myelom-workshop.de

Ergebnisse, Toxizität

In dem Gesamtkollektiv war die Präsenz der folgenden 4 chromosomalen Aberrationen sowohl mit einem ungünstigen progressionsfreien als auch Gesamtüberleben assoziiert: t(4;14), del(13q14), del(17p13) sowie Zugewinn 1q21.
Es konnte gezeigt werden, dass die Deletion 13q14 kein unabhängiger Prognosemarker ist, da diese Veränderung mit den beiden Aberrationen t(4;14) und Deletion 17p13 assoziiert ist. Patienten mit einer Deletion 13q14, die keine t(4;14) oder Deletion 17p13 aufweisen, haben keine schlechtere Prognose als das Gesamtkollektiv.
Ein Vergleich zwischen den beiden Therapiearmen zeigte, dass Patienten mit einem Zugewinn 1q21 oder t(4;14) eine günstigere Prognose haben, wenn Sie im Bortezomib-haltigen Arm B behandelt werden. Insgesamt tragen 40% aller Patienten eine von beiden zytogenetischen Veränderungen.
Durch die Bortezomib-haltige Therapie konnte die Prognose von Patienten mit einer Deletion 17p13 nicht statistisch signifikant verbessert werden.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Es handelt sich um eine prospektiv, randomisierte Studie, in deren Rahmen umfangreiche zytogenetische Begleituntersuchungen stattgefunden haben. Diese Studie bestätigt, dass Bortezomib insbesondere in der Lage ist, die Prognose von Patienten mit ungünstigen chromosomalen Aberrationen wie Zugewinn 1q21 oder Translokation t(4;14) zu verbessern. Eine besondere Situation liegt bei Patienten mit einer Deletion 17p (ca. 10% aller Patienten) vor, die unabhängig von der Therapie ein ungünstiges Gesamtüberleben von nur ca. 3-4 Jahren zeigen. Für diese Patienten müssen dringend neue therapeutische Konzepte gefunden werden.

Kommentar / Beurteilung

Identisch mit "Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation"


Autor des Berichts:

Priv.-Doz. Dr. med. Kai Neben

Institution:

Universitätsklinikum Heidelberg, Medizinische Klinik V, Im Neuenheimer Feld 410, 69120 Heidelberg

Letzte Änderung:

22.12.2010



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