Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Rituximab zusammen mit Chlorambucil für Patienten mit CD20-positiver chronisch lymphatischer B-Zell-Leukämie (B-CLL): abschließende Analyse des Ansprechens im Rahmen der Phase-II-Studie

Titel des Originals:

Rituximab Plus Chlorambucil In Patients with CD20-Positive B-Cell Chronic Lymphocytic Leukemia (CLL): Final Response Analysis of An Open-Label Phase II Study

Abstract-Nr.:

697

Jahr:

2010

Original im Internet:

Blood (ASH Annual Meeting Abstracts) 2010 116: Abstract 697

Autor/en:

Peter Hillmen, John G. Gribben, MD, DSc2, George A. Follows3*, Donald Milligan, MD, MBChB4, Hazem A. Sayala, MBChB, MRCP5*, Paul Moreton6*, David G. Oscier7*, Claire E. Dearden, MD8, Daniel B. Kennedy9*, Andrew R. Pettitt, PhD, MRCPath10*, Amit Nathwani, MD, PhD11*, Dena Cohen12*, Andy Rawstron, PhD1 and Christopher F.E. Pocock, MD, PhD13*

Institution/en:

1Leeds Teaching Hospitals NHS Trust, Leeds, United Kingdom; 2Centre for Medical Oncology, Barts and the London School of Medicine, Queen Mary University of London, London, United Kingdom; 3Addenbrookes Hospital, Cambridge, United Kingdom; 4Dept. of Haematology, Birmingham Heartlands Hospital, Birmingham, United Kingdom; 5Castle Hill Hospital, Cottingham, United Kingdom; 6Pinderfields General Hospital, Wakefield, United Kingdom; 7Department of Haematology, Royal Bournemouth Hospital, Bournemouth, United Kingdom; 8The Royal Marsden Hospital, London, United Kingdom; 9Leicester Royal Infirmary, Leicester, United Kingdom; 10Royal Liverpool University Hospital, Liverpool, United Kingdom; 11Dept. of Haematology, University College London, London, United Kingdom; 12University of Leeds, Leeds, United Kingdom; 13East Kent Hospitals NHS Trust, Cantebury, United Kingdom

Zusammenfassung des Berichts

In dieser Phase-II-Studie wurde das Ansprechen von älteren komorbiden Patienten auf die Kombination von Chlorambucil und Rituximab untersucht. 9% erzielten eine komplette Remission. Im historischen Vergleich zu Chlorambucil alleine kommt es bei der Kombinationsbehandlung zu einer deutlichen Verbesserung des Ansprechens (Gesamtansprechrate bei 82%) sowie des progressionsfreien Überlebens von 23,5 Monaten.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Trotz der gesteigerten Anwendung von Rituximab, Cyclophosphamid und Fludarabin (R-FC) bleibt ein signifikanter Anteil von Patienten ungeeignet für diese Therapiekombination, entweder aufgrund von Komorbiditäten oder Alter. Für diese Patienten bleibt Chlorambucil das Medikament der Wahl. Dennoch sind die Ergebnisse der Therapie mit Chlorambucil bescheiden. Daher ist eine effektivere Therapie für dieses Patientenkollektiv sehr wünschenswert.

Fragestellung der Studie

Effektivität der kombinierten Therapie mit Rituximab und Chlorambucil.

Art der Studie

Multizentrisch, Phase II

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Historischer Vergleich der Studienbehandlung bestehend aus Rituximab plus Chlorambucil zu den Ergebnissen der britischen CLL4-Studie, bei der die Patienten Chlorambucil allein erhalten haben.

Rituximab wurde beim ersten Kurs in einer Dosierung von 375 mg/m2 gegeben, ab dem 2. Kurs mit 500 mg/m2. Chlorambucil wurde mit 10 mg/m2 für die Tage 1 bis 7 alle 28 Tage gegeben. Insgesamt erhielten die Patienten 6 Kurse der Therapie.

Mit einem mittleren Alter von 70 Jahren waren die Studienpatienten deutlich älter als in der historischen Vergleichsstudie sowie auch den übrigen gängigen CLL-Studien.

Ergebnisse, Toxizität

100 Patienten wurden im Jahr 2008 mit der Kombination von Rituximab und Chlorambucil behandelt. Dabei konnte ein Gesamtansprechen von 82% (zum Vergleich: 66% in der CLL4-Studie) erreicht werden. 9% (6%) waren komplette Remissionen, 58% eine partielle (PR), 15% (30%) eine stabile Erkrankung (SD). Ein mittleres progressionsfreies Überleben von 23,5 Monaten konnte verzeichnet werden.

StudieKomplette RemissionGesamt-ansprechrateStabile oder progressive ErkrankungNicht evaluierbar95% KI für den Anteil der Pat., die wenigstens eine PR erreichtenn
Chlorambucil-Rituximab9 (9,0%)82 (82,0%)15 (15,0%)3 (3,0%)(73,1, 89,0)100
CLL4 (Chlorambucil alleine)12 (6,0%)132 (66,0%)60 (30,0%)8 (4,0%)(59,0, 72,5)200

Die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren Nausea (47%), Neutropenie (39%), Fatigue (28%), Fieber (26%), Diarrhoe (20%), Anämie (18%) und Thrombozytopenie (18%). Die meisten dieser unerwünschten Ereignisse waren Grad 1, Grad -3/4-Neutropenie trat bei 39% der Patienten auf.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Bei einem akzeptablen Toxizitätsprofil konnte im historischen Vergleich zu Chlorambucil allein eine höhere Effektivität erzielt werden. Eine Phase-III-Studie für dieses Patientenkollektiv sollte durchgeführt werden.

Kommentar / Beurteilung

Bei allen Unwägbarkeiten für die historischen Vergleichsanalysen scheint die Kombination aus Rituximab und Chlorambucil eine interessante Therapieoption zu sein. Allerdings sollte, wie bereits durch die Autoren beschrieben, diese Verbesserung in einer randomisierten Phase-III-Studie bestätigt werden.


Autor des Berichts:

Prof. Dr. med. Jörg Schubert

Institution:

Abt. Hämatologie, Onkologie und Hämostaseologie, Evangelisches Krankenhaus Hamm, Werler Straße 110, 59063 Hamm

Letzte Änderung:

30.12.2010