Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Autologe T-Zellen von AML-Patienten können effektiv mobilisiert werden für eine In-vitro-Lyse von Blasten durch einen neuen CD33/CD3-bispezifischen BiTE Antikörper

Titel des Originals:

Autologous T Cells From AML Patients Can Be Effectively Recruited for In-Vitro Lysis of Blasts by a Novel CD33/CD3-Bispecific BiTE Antibody

Abstract-Nr.:

14

Jahr:

2010

Original im Internet:

Blood (ASH Annual Meeting Abstracts) 2010 116: Abstract 14

Autor/en:

Michael Aigner, Julian Feulner1*, Roman Kischel, MD2*, Peter Kufer, MD2*, Patrick A Baeuerle, PhD3*, Andreas Mackensen, MD1 and Stefan W. Krause, MD1*

Institution/en:

1Dept. of Internal Medicine 5 - Hematology/Oncology, University Hospital of Erlangen, Erlangen, Germany; 2Micromet Inc., München, Germany; 3Micromet Inc., Bethesda, MD

Zusammenfassung des Berichts

Eine effektive In-vitro-Aktivierung von autologen T-Zellen bei AML-Patientenproben zur Elimination von AML-Blasten wird durch den CD33-bispezifische BiTE-Antikörper bereits bei geringer Konzentration (1 ng/ml) vermittelt. Eine längere Exposition mit dem CD33-BiTE-Antikörper erhöht die Blastenlyse (bis 85%). Dadurch scheint eine neue therapeutische Option zur Behandlung von Patienten mit CD33-positiver myeloischer Leukämie gegeben.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Bispezifische T-Zell-Antikörper (BiTE®) verbinden in einer Polypeptid-Kette zwei einzelne Antikörperketten: eine gegen CD3 auf T-Zellen und eine gegen ein tumorassoziiertes Antigen (z.B. CD19 bei malignen B-Zellen). Durch die Bindung an die Zielproteine CD3 und CD19 führen diese BiTE-Antikörper zu einer Kopplung der malignen B-Zelle an eine T-Zelle. Die T-Zelle wird auf diese Weise aktiviert und beginnt zytotoxische Proteine, welche den programmierten Zelltod (Apoptose) auslösen, zu produzieren und freizusetzen. Als Folge wird die maligne B-Zelle zerstört. Für den CD19/CD3-bispezifischen BiTE-Antikörper Blinatumomab konnte in klinischen Phase-I- und -II-Studien eine sehr hohe Ansprechrate bei Patienten mit einem Non-Hodgkin-Lymphom oder einer akuten lymphatischen Leukämie nachgewiesen werden. Der Einsatz eines BiTE-Antikörpers bei der AML wurde bislang noch nicht geprüft.

Fragestellung der Studie

In-vitro-Evaluation der Therapieoption der autologen T-Zell-vermittelten Blastenlyse bei AML-Patienten mit einem neuen BiTE-Antikörper gegen CD33, einem Antigen, das auf myeloischen Blasten exprimiert wird.

Art der Studie

Funktionelle In-vitro-Studie an Zelllinien und primären AML-Patienten-Proben

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

1. In-vitro-Analyse des zytolytischen Potenzials des CD33-BiTE-Antikörpers an Ko-Kulturen von CD33-positiven myeloischen Zelllinien und angereicherten ruhenden CD8-positiven T-Zellen von gesunden Kontrollpersonen
2. In-vitro-Analyse von primären AML-Patientenproben ko-kultiviert mit mononukleären Zellen von gesunden Kontrollpersonen im Verhältnis 1:1
3. und 4. In-vitro-Analyse des zytolytischen Potenzials ausgelöst durch T-Zellen von AML-Patienten auf CD33- positive Leukämiezellen in Anwesenheit des CD33-BiTE-Antikörpers

Ergebnisse, Toxizität

  1. Effektive Lyse vermittelt durch den CD33-BiTE-Antikörper bei einer Konzentration von 0,1 ng/ml (1,8 pM)
  2. Rückgang der CD33-positiven AML-Blasten und CD33-positiven Monozyten nach 48 Stunden Inkubation in Anwesenheit des CD33-BiTE-Antikörpers in einer Konzentration von 1 ng/ml
  3. Elimination von Leukämiezellen durch T-Zellen von AML-Patienten in Anwesenheit des CD33-BiTE-Antikörpers (gleiche Effizienz wie T-Zellen von gesunden Kontrollpersonen)
  4. Gesteigerte Blastenlyse (bis 85%) nach einer längeren Inkubationszeit von 6 Tagen in Anwesenheit des CD33-BiTE-Antikörpers bei gleichzeitig starker Zunahme der aktivierten T-Zellen

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Der neue bispezifische CD33-BiTE-Antikörper aktiviert in vitro autologe T-Zellen zur Elimination von AML-Blasten und bietet dadurch eine neue therapeutische Option zur Behandlung von Patienten mit CD33-positiver myeloischer Leukämie.

Kommentar / Beurteilung

Molekular zielgerichtete Therapien und Therapien, die sich speziell gegen myeloische Leukämiezellen richten, ermöglichen eine krankheitsspezifische Therapie und lassen auf eine Verbesserung der Heilungsrate und gleichzeitige Verminderung der Toxizität hoffen. In-vivo-Ergebnisse bleiben aber noch abzuwarten.


Autor des Berichts:

Dr. med. Sabine Kayser, Priv.-Doz. Dr. med. Richard F. Schlenk

Institution:

III. Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm

Letzte Änderung:

22.12.2010