Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Risiko der AML-Entwicklung bei Patienten mit MDS 5q- unter der Therapie mit Lenalidomid (Erfahrungen der französischen MDS-Arbeitsgruppe)

Titel des Originals:

Risk of AML Evolution In Lower Risk MDS with Del 5q Treated with or without Lenalidomide. A Report by the Groupe Francophone Des Myelodysplasies (GFM)

Abstract-Nr.:

976

Jahr:

2010

Original im Internet:

Blood (ASH Annual Meeting Abstracts) 2010 116: Abstract 976

Autor/en:

Lionel Ades, Fabien Lebras*, Marie Sebert*, Charikleia Kelaidi*, Thierry Lamy*, Francois Dreyfus*, Jacques Delaunay*, Sorin Visanica*, Pascal Turlure, MD*, Agnes Guerci*, Marie Paule Cabrol*, Anne Banos*, Michel Blanc*, Norbert Vey, Virginie Eclache*, Sylvie Chevret* and Pierre Fenaux*

Institution/en:

Groupe Francophone des Myelodysplasies (GFM), Bobigny, France

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Die Zulassung von Lenalidomid für die Behandlung des MDS 5q- ist trotz ausgezeichneter klinischer Ansprechraten mit mehr als 60% Transfusionsfreiheit durch die EMEA (European Medicines Agency) mit dem Hinweis, das Medikament würde die Rate an AML-Entwicklungen erhöhen, abgelehnt worden.

Fragestellung der Studie

Gibt es einen Unterschied in der AML-Transformation zwischen unbehandelten (historischen) und mit Lenalidomid behandelten Patienten mit MDS 5q-?

Art der Studie

Retrospektive "matched pair"-Analyse

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

  • 95 Patienten mit MDS 5q-, transfusionsabhängig
  • 99 Patienten mit MDS 5q-, transfusionsabhängig, ohne Lenalidomid
  • Mediane Beobachtungszeit >5 Jahre

Ergebnisse, Toxizität

Nach 4 Jahren ist die kumulative AML-Entwicklung bei MDS 5q- mit Lenalidomid 9% und bei unbehandelten MDS 5q- 15% (Signifikanz nicht erreicht). Kein signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben beim Vergleich beider Gruppen (mit Lenalidomid: 150 Monate; ohne Lenalidomid: 73 Monate) mit Tendenz zum besseren Überleben unter Lenalidomid.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Lenalidomid fördert nicht die Transformation von MDS 5q- zur AML.

Kommentar / Beurteilung

Nach der Präsentation von U. Germing aus der deutschen MDS-Gruppe (ASH 2009) ist das die zweite große Analyse, die zeigt, dass Lenalidomid beim MDS 5q- nicht die Häufigkeit der AML-Entstehung steigert.


Autor des Berichts:

Prof. Dr. med. Wolf-K. Hofmann

Institution:

III. Medizinische Klinik (Hämatologie und Onkologie), Universitätsmedizin Theodor-Kutzer-Ufer 1-3, 68167 Mannheim

Letzte Änderung:

09.12.2010



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