Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Effektivität und Sicherheit von liposomalem Cytarabinosid als intrathekale Prophylaxe bei diffus-großzelligem B-Zell-Lymphom mit hohem Risiko einer ZNS-Beteiligung: eine multizentrische Studie an 80 spanischen Patienten

Titel des Originals:

Efficacy and Safety of Liposomal Cytarabine as Intrathecal Prophylaxis in Patients with Diffuse Large B Cell Lymphoma at High Risk of CNS Involvement: A Multicentric Study Including 80 Patients in Spain

Abstract-Nr.:

1663

Jahr:

2009

Original im Internet:

Blood (ASH Annual Meeting Abstracts) 2009 114: Abstract 1663

Autor/en:

Adolfo de la Fuente Sr., Antonio Salar, Carlos Panizo, Belen Navarro Sr., Teresa Olave, María Jesus Peñarrubia, Joaquin Herrero, Jose Francisco Tomas, Miguel Canales, and Eva González-Barca

Institution/en:

Hematology-BMT Unit, MD Anderson Spain, Madrid, Spain; Hematology Department, Hospital del Mar, Barcelona, Spain; Hematology & Cell Therapy Prog., Clinica Universitaria de Navarra, Pamplona, Spain; Puerta de HIerro, Madrid, Spain; Clinico Lozano Blesa, Zaragoza, Spain; HOSPITAL RÍO HORTEGA, Valladolid, Spain; Oncologia, Avd. Pintor Baeza s/n, Alicante, Alicante, Spain; Hospital Universitario La Paz, Madrid; Institut Catalá d'Oncología-Hospital Duran i Reynals, Barcelona

Zusammenfassung des Berichts

64 Patienten erhielten eine komplette intrathekale ZNS-Prophylaxe mit intrathekalem Cytarabinosid. Davon entwickelte nur einer einen ZNS-Befall. Reversible Kopfschmerzen waren die häufigsten Nebenwirkungen.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Liquorbefall ist eine frühe Komplikation bei diffus-großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) und mit einer schlechten Prognose behaftet. Liposomal verkapseltes Cytarabinosid (Ara-C) hatte in einer randomisierten Studie eine bessere Effizienz gezeigt, als freies Ara-C.

Fragestellung der Studie

Effizienz einer intrathekalen ZNS-Prophylaxe mit liposomalem Ara-C bei Hochrisikopatienten. Endpunkte: Effizienz zur Verhinderung eines Liquorbefalls und Sicherheit.

Art der Studie

Retrospektive Fallserie

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Behandlung von Hochrisikopatienten: Befall von Retroperitoneum >/= 10 cm, Waldeyerscher Rachenring, Sinus, Knochen oder Hoden, Knochenmark >30%. LDH-Erhöhung mehr als das Doppelte des Normwertes, VIH+ (Anmerkung des Verfassers: vermutlich HIV). Alle Patienten erhielten liposomales Ara-C als intrathekale Prophylaxe.

Ergebnisse, Toxizität

Insgesamt wurden 72 Patienten behandelt, die Nachbeobachtungszeit betrug 18 Monate. Keiner der Patienten entwickelte eine Meningeosis lymphomatosa. Ein Patient erlitt ein solides ZNS-Rezidiv.
Die häufigsten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen mit 28%, die bei 14% aller Patienten Grad 4 annahmen.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Die Studie zeigt eine gute Durchführbarkeit, Effizienz und Sicherheit von liposomalem Ara-C zur Liquorprophylaxe bei Hochrisikopatienten mit DLBCL. Aufgrund der ermutigenden Daten kann liposomales Ara-C als Alternativpräparat zur Liquorprophylaxe erwogen werden. Prospektive, randomisierte Studien sind zur weiteren Sicherung der Ergebnisse erforderlich.

Kommentar / Beurteilung

Die Ergebnisse aus dieser zwar retrospektiven, aber sehr großen Serie weisen auf eine gute Effizienz von liposomalem Ara-C zur Liquorprophylaxe bei Hochrisikopatienten mit DLBCL hin. Die Autoren weisen zu Recht darauf hin, dass die Ergebnisse in einer prospektiven Studie überprüft werden sollten.


Autor des Berichts:

Priv.-Doz. Dr. med. Herwig Strik

Institution:

Klinik für Neurologie, Philipps-Universität Marburg

Letzte Änderung:

21.01.2010