Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Bortezomib, Doxorubicin und Dexamethason als Induktionstherapie vor autologer Stammzelltransplantation mit reduzierter Konditionierung und Lenalidomid-Konsolidierung/-Erhaltung bei älteren, nicht vorbehandelten Myelom-Patienten

Titel des Originals:

Bortezomib-Doxorubicin-Dexamethasone as Induction Prior to Reduced Intensity Autologous Transplantation Followed by Lenalidomide as Consolidation/Maintenance in Elderly Untreated Myeloma Patients

Abstract-Nr.:

159 *Highlight*

Jahr:

2008

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

Antonio Palumbo, Patrizia Falco, Francesca Gay, Vittorio Montefusco, Claudia Crippa, Francesca Patriarca, Milena Gilestro, Anna M. Liberati, Fausto Rossini, Tommaso Caravita, Antonietta Falcone, Federica Cavallo, Paolo Corradini, Giuseppe Rossi, and Mario Boccadoro

Institution/en:

Divisione di Ematologia dell'Università di Torino, A.O.U. San Giovanni Battista, Torino, Italy; Italian Multiple Myeloma Network, GIMEMA, Italy

Zusammenfassung des Berichts

Der sequenzielle Einsatz von Bortezomib (Induktion) und Lenalidomid (Konsolidierung und Erhaltung) ist gut verträglich und zeigt bei älteren Patienten in Kombination mit reduziertem Hochdosis-Melphalan eine exzellente Wirksamkeit.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Die "neuen Substanzen" werden mit Erfolg im Rahmen der Induktionstherapie und als Erhaltungs-/Konsolidierungsmaßnahme nach einer autologen Stammzelltransplantation eingesetzt. In diesem Protokoll kommen Bortezomib und Lenalidomid sequenziell zur Anwendung.

Fragestellung der Studie

Primäre Zielkriterien waren die Inzidenz nicht hämatologischer Toxizitäten Grad 3/4 (erwartet: unter 30%) und die Rate von nCR oder besser (Komplettremission mit positiver Immunfixation; erwartet: mehr als 35%).

Art der Studie

Offene, prospektive, bizentrische Phase-II-Studie

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Induktion (4 dreiwöchige PAD-Zyklen): Bortezomib 1,3 mg/m2 Tag 1, 4, 8, 11; pegyliertes, liposomales Doxorubicin 30 mg/m2 Tag 4; Dexamethason 40 mg Tag 1-4, 8-11, 15-18; zwei Zyklen Melphalan 100 mg/m²; Konsolidierung (4 vierwöchige LP-Zyklen): Lenalidomid 25 mg Tag 1-21 und Prednison 50 mg jeden zweiten Tag; gefolgt von Lenalidomid-Erhaltung 25 mg Tag 1-21; alle 28 Tage bis zum Progress.

Ergebnisse, Toxizität

Es wurden 102 Patienten im Alter zwischen 65 und 75 Jahren eingeschlossen.
Die häufigsten Nebenwirkungen Grad 3/4 unter PAD waren Infektionen (18%), Thrombopenie (13%), gastrointestinale Toxizität (12%) sowie Neuropathie und Neutropenie (je 11%). Schwerwiegende Nebenwirkungen in der LP-Konsolidierungsphase waren seltener und angeführt durch Neutropenie (18%).

Das Gesamtansprechen nach der LP-Konsolidierung lag bei 100%; davon beeindruckende 53% der Patienten mit negativer Immunfixation (CR). Das progressionsfreie Überleben (nach einem Jahr 92% der Patienten) wurde nicht durch hohes beta2-Mikroglobulin noch durch zytogenetische Aberrationen signifikant beeinflusst.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Die Therapiesequenz PAD-Mel100-LP-L stellt ein insgesamt gut verträgliches Therapiekonzept für ältere Patienten mit ausgesprochen guter Wirksamkeit dar.

Kommentar / Beurteilung

Der besondere Charme dieser Phase-II-Studie der italienischen Gruppe liegt in der Vereinigung der beiden neuesten (und potentesten) Präparate aus der Myelomtherapie in einem sequenziellen Protokoll. Hier könnte möglicherweise das langfristige Therapieergebnis noch überzeugender sein als wenn Lenalidomid und Bortezomib zusammen mit Dexamethason (ohne oder mit Cyclophosphamid) in einem einzigen Protokoll eingesetzt werden. Die Tolerabilität ist angesichts der "wirklich" älteren Patienten durchaus bemerkenswert.


Autor des Berichts:

Dr. med. Stefan Knop

Institution:

Medizinische Klinik und Poliklinik II; Universitätsklinikum Würzburg; Klinikstraße 6-8; 97070 Würzburg

Letzte Änderung:

21.12.2008