Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Erhaltungstherapie mit Azacytidin bei Patienten mit Hochrisiko-Myelodysplastischem-Syndrom (MDS) oder akuter myeloischer Leukämie nach MDS (MDS-AML) in Vollremission (CR) nach Induktionstherapie

Titel des Originals:

Maintenance Treatment with 5-Azacitidine for Patients with High Risk Myelodysplastic Syndrome (MDS) or Acute Myeloid Leukemia Following MDS (MDS-AML) in Complete Remission (CR) after Induction Chemotherapy

Abstract-Nr.:

223

Jahr:

2008

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

Michael Grövdal, Rasheed Khan, Anni Aggerholm, Petar Antunovic, Jan Astermark, Per Bernell, Lena-Maria Engström, Lars Kjeldsen, Olle Linder, Lars Nilsson, Anna Olsson, Jonas Wallvik, Jon Magnus Tangen, Gunnar Öberg, Sten Eirik Jacobsen, Anna Porwit, Peter Hokland and Eva Hellström-Lindberg

Institution/en:

Karolinska Institutet/Karolinska University Hospital Huddinge, Stockholm, Sweden; Aarhus University Hospital, Aarhus, Denmark; Linköping University Hospital, Linköping, Sweden; Malmö University Hospital (MAS), Malmö, Sweden; Karolinska University Hospital Solna, Stockholm, Sweden; University Hospital of Norrland (NUS), Umeå, Sweden; Rigshospitalet, Copenhagen, Denmark; Örebro University Hospital, Örebro, Sweden; Lund University Hospital, Lund, Sweden; Sahlgrenska University Hospital, Gothenburg, Sweden; Sundsvall Hospital, Sundsvall, Sweden; Ullevål University Hospital, Oslo, Sweden; Uppsala Academic Hospital, Uppsala, Sweden; Department of Pathology, Stockholm, Sweden

Zusammenfassung des Berichts

Nach zytostatischer Chemotherapie bei Hochrisiko-MDS oder AML nach MDS besteht ein hohes Rezidivrisiko. Eine Erhaltungstherapie mit Azacytidin könnte daher sinnvoll sein. Eine Dosis von 60 mg/m2 Azacytidin ist für eine Erhaltungstherapie geeignet. Die Hypermethylierung von E-Cadherin (CDH) korrelierte mit einem signifikant kürzeren Überleben. Um die Frage der Wirksamkeit zu klären, sind prospektive kontrollierte Vergleichsstudien bei dieser Patientengruppe mit erforderlich.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Die Vollremissionsrate bei Hochrisiko-MDS oder MDS-AML beträgt ca. 50% nach Chemotherapie. Die Remissionsdauer und das Überleben sind kurz.

Fragestellung der Studie

Klinische Durchführbarkeit und Wirksamkeit der Langzeit-Erhaltungstherapie mit Azacytidin.

Art der Studie

Prospektive mulizentrische Phase-II-Studie

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

  • Patienten mit MDS IPSS Int-2 und Hochrisiko oder MDS-AML ohne kurative Therapieintention
  • Induktionstherapie mit Daunorubicin 60 mg/m² (x2-3 Tage); ARA-C 150 mg/m² (x7 Tage); 1-2 Zyklen;
  • Bei Vollremission (CR): Azacytidin 60 mg/m2 pro Tag, für 5 Tage alle 28 Tage (ursprünglich geplant 75 mg/m², aber wegen Neutropenien reduziert).
  • 60 Patienten, medianes Alter 68 (54-83) Jahre
  • MDS: 17 (28%)
  • MDS-AML: 37 (62%)
  • CMML: 6 (10)

Ergebnisse, Toxizität

  • Vollremissionen: 24 (40%), 1 Patient erhielt eine allogene Transplantation; 23 erhielten Azacytidin.
  • Follow-up 11,5 (1-52) Monate.
  • Mediane Remissionsdauer 13,5 Monate.
  • Medianes Überleben: 20,0 Monate.
  • Nebenwirkungen: Keine 11 (45%); Ausschlag an Injektionsstelle 8 (35%), Grad-3-Myelosuppression 5 (22%), Infektionen 5 (22%), Fatigue 3 (13%), Muskelschmerzen 3 (13%), sonstige 3 (13%).
  • Der P15-Methylierungsstatus hatte keinen Einfluss auf des Therapieergebnis. Die Hypermethylierung von E-Cadherine (CDH) korrelierte mit einem signifikant kürzeren Überleben.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Die Azacytidin-Erhaltungstherapie wurde gut vertragen. Vollremissionen durch Chemotherapie sind assoziiert mit dem Verschwinden des methylierten Zellklones. Die mediane Dauer der Vollremissionen betrug 13,5 Monate.

Kommentar / Beurteilung

Die Dosis von 60 mg/m² Azacytidin ist für eine Erhaltungstherapie geeignet. Um die Frage der Wirksamkeit zu klären, sind prospektive kontrollierte Vergleichsstudien bei dieser Patientengruppe erforderlich. Sinnvoll wären dann Stratifizierungen nach der Art der Hypermethylierungen, da diese möglicherweise eine unterschiedliche Empfindlichkeit auf Azacytidin aufweisen.


Autor des Berichts:

Prof. Dr. med. Hartmut Link

Institution:

Medizinische Klinik I, Westpfalz-Klinikum, 67653 Kaiserslautern

Letzte Änderung:

23.12.2008