Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Endergebnisse einer Phase-I-Kombinationsstudie von Lenalidomid und Azacytidin bei Patienten mit Myelodsyplastischem Syndrom (MDS) und höherem Risiko

Titel des Originals:

Final Results from a Phase I Combination Study of Lenalidomide and Azacitidine in Patients with Higher-Risk Myelodysplastic Syndromes (MDS)

Abstract-Nr.:

221

Jahr:

2008

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

Mikkael A. Sekeres, Alan F. List, David Cuthbertson, Ronald Paquette, Deborah Latham, R.N., Manual Afable, R.N., Katarina Paulic, Thomas P. Loughran Jr., and Jaroslaw P. Maciejewski

Institution/en:

Hematologic Oncology and Blood Disorders R35, Cleveland Clinic Taussig Cancer Institute, Cleveland, OH; H. Lee Moffitt Cancer Center & Research Institute, Tampa, FL; Pediatric Epidemiology Center, University of South Florida, Tampa, FL; University of California, Los Angeles, Los Angeles, CA; Penn State Cancer Institute - H072, Hershey, PA; Hematologic Oncology and Blood Disorders, Cleveland Clinic Taussig Cancer Institute, Cleveland, OH

Zusammenfassung des Berichts

Für die Kombinationstherapie von Lenalidomid mit Azacytidin konnten Dosen gefunden werden, mit denen weitere Studien durchgeführt werden können. Die Studie zeigte ein überraschend gutes Ansprechen der Patienten mit MDS.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Lenalidomid (LEN) und Azacytidin (AZA) sind bei Patienten mit MDS mit niedrigem und höherem Risiko wirksam. Die Ansprechraten könnten verbessert werden, wenn die immunomodulatorischen, antiangiogenetischen und zytotoxischen Eigenschaften von Lenalidomid mit den zytotoxischen Effekten und der hypomethylierenden Eigenschaft von Azacytidin kombiniert werden.

Fragestellung der Studie

Erstens: Bestimmung der maximal tolerierten Dosis und dosislimitierenden Toxizität (DLT) der Kombinationstherapie; zweitens: Bestimmung der klinischen Ergebnisse entsprechend den modifizierten Beurteilungskriterien der IWG [Cheson BD 2008].

Art der Studie

Phase I, 3+3 mit steigenden Dosen von Len und Aza

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Die Zyklen dauerten 28 Tage, maximal 7 Zyklen.

Grenze der Dosissteigerung - bestimmt beim ersten Zyklus:

  • Toxizität Grad 3 oder höher
  • Febrile Neutropenie (absolute Neutrophilenzahl unter 500 Zellen/µl)
  • Grad 4 Neutropenie (absolute Neutrophilenzahl unter 500 Zellen/µl)
  • Nur wenn nicht zu Beginn neutropen, und wenn Beginn von Zyklus 2 nach 14 Tagen nicht möglich (+/- G-CSF)
  • Beginn von Zyklus 2 nach 28 Tagen wegen Toxizität nicht möglich

Ergebnisse, Toxizität

  • Keine DLT erreicht.
  • Abfall der Neutrophilen im Median um 26% während der ersten 8 Wochen.
  • Abfall der Thrombozyten im Median um 0% (Mittelwert 24%) während der ersten 8 Wochen.
  • Zyklus 2 bei 5 Patienten wegen Regeneration der Blutzellen oder anderer Gründe verschoben (=/< 9 Tage).
  • Nicht-hämatologische Toxizität Grad 3/4:kardial (2), monokuläre Erblindung (1), Basalzellkarzinom (1), ZNS-Blutung (1), febrile Neutropenie (5), Atemnot (1), perforierte Appendizitis (1), Nierenversagen (1).
  • Etablierte Dosen für weiter Studien:
    Azacytidin: 75mg/m² s.c. Tage 1-5
    Lenalidomid: 10mg p.o. Tage 1-21
  • Das folgende maximale Ansprechen wurde bei 18 Patienten erreicht:
    Vollremission: 9
    Teilremission: 1
    Hämatologische Verbesserung: 3
    Stabile Erkrankung: 3
    Progression: 2

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Die Kombination von LEN und AZA ist nicht so toxisch wie erwartet. Die Dosis für die Kombinationstherapie wurde etabliert. Sehr hohe Ansprechraten wurden beobachtet, vergleichbar mit der Studie AZA-001, aber mit höheren Vollremissionsraten.

Kommentar / Beurteilung

Interessante Kombinationstherapie mit hohem Wirksamkeitspotenzial, die in weiteren Studien untersucht werden sollte.


Autor des Berichts:

Prof. Dr. med. Hartmut Link

Institution:

Medizinische Klinik I, Westpfalz-Klinikum, 67653 Kaiserslautern

Letzte Änderung:

22.12.2008


Ergänzende Literaturreferenz/en:

  • Bruce D. Cheson, Peter L. Greenberg, John M. Bennett, Bob Lowenberg, Pierre W. Wijermans, Stephen D. Nimer, Antonio Pinto, Miloslav Beran, Theo M. de Witte, Richard M. Stone, Moshe Mittelman, Guillermo F. Sanz, Steven D. Gore, Charles A. Schiffer, and Hagop Kantarjian.
    Clinical application and proposal for modification of the International Working Group (IWG) response criteria in myelodysplasia.
    Blood, 15 July 2006, Vol. 108, No. 2, pp. 419-42
    [Abstract online]