Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Zytogenetische Langzeituntersuchung von Patienten mit 5q- MDS, die in der Studie "MDS-003 (CC-5013-MDS-003)" behandelt wurden. Entwicklung komplexer Karyotypen und der AML

Titel des Originals:

Long-Term Cytogenetic Follow-up of MDS Patients with 5q- Treated within the MDS-003 (CC-5013-MDS-003) Study: Evolution to Complex Clones and Progression to AML

Abstract-Nr.:

1647

Jahr:

2008

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

Gudrun Göhring, Aristoteles Giagounidis, Carlo Aul, Guntram Büsche, Hans Kreipe, Eva Hellström-Lindberg, Robert D. Knight, and Brigitte Schlegelberger

Institution/en:

Institute of Cell & Molecular Pathology, Hannover Medical School, Hannover, Germany; Medizinische Klinik II, St Johannes Hospital, Duisburg, Germany, Duisburg, Germany; Medical Clinic II, St. Johannes Hospital, Duisburg, Germany; Institute of Pathology, Hannover Medical School, Hannover, Germany; Dept. of Med., Div. of Hem, Karolinska Institutet, Karolinska University Hospital Huddinge, Stockholm, Sweden; Celgene Corporation, Summit, NJ

Zusammenfassung des Berichts

Unter Lenalidomid-Therapie des 5q- MDS entstehen komplexe Karyotypen aus dem 5q- Zellklon und nicht durch klonale Selektion anderer leukämischer Zellklone.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Lenalidomid ist die erste Substanz, die bei MDS mit Deletion 5q- eine stabile Transfusionsfreiheit und zytogenetische Remissionen induziert. Es wird spekuliert, dass eine Lenalidomid-Therapie das Risiko der leukämischen Transformation erhöhen könnte, indem der prädominante 5q- Zellklon entfernt und präexistente aberrante Klone dann überwiegen [Cazzola M 2008]. Es wurden daher 22 Patienten mit 5q- MDS mit suffizienten Daten aus den Lenalidomid-Studien DS-003 (CC-5013-MDS-003) ausgewählt.

Fragestellung der Studie

Risiko der leukämischen Transformation bei 5q- MDS unter Lenalidomid Therapie.

Art der Studie

Retrospektiv

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Analyse zytogenetischer, zytologischer und klinischer Daten.

Ergebnisse, Toxizität

22 Patienten; zytogenetische Vollremission: 7 (4 von 7 transient), partielle Remission: 4 (3 von 4 transient); 12 mit erythroidem Ansprechen und Transfusionsunabhängigkeit (6 von 12 transient); 7 der 22 Patienten (32%) entwickelten komplexe Aberrationen, 8 Patienten entwickelten eine AML; die FISH-Analyse ergab, dass 13-84% der Zellen eine 5q- Deletion trugen. D.h. dass bei allen Patienten mit Karyotypveränderungen substanziell normale Stammzellen vorhanden waren.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Komplexe Karyotypen entstehen aus dem 5q- Zellklon und nicht durch klonale Selektion. Mit der FISH-Analyse konnte kein Hinweis auf konditionale Selektion eines leukämischen Zellklons gefunden werden. Dennoch sind wegen der begrenzten Aussage der angewendeten Methoden weitere prospektive Studien erforderlich, um die sichere Anwendung von Lenalidomid beim 5q- MDS zu definieren.

Kommentar / Beurteilung

Der Theorie der klonalen Selektion durch Suppression des 5q- MDS-Zellklons durch Lenlidomid wird mit diesen Daten widersprochen. Für den klinischen Verlauf sind daher placebokontrollierte prospektive Studien erforderlich.


Autor des Berichts:

Prof. Dr. med. Hartmut Link

Institution:

Medizinische Klinik I, Westpfalz-Klinikum, 67653 Kaiserslautern

Letzte Änderung:

21.12.2008


Ergänzende Literaturreferenz/en:

  • Cazzola M.
    Myelodysplastic syndrome with isolated 5q deletion (5q- syndrome). A clonal stem cell disorder characterized by defective ribosome biogenesis.
    Haematologica. 2008 Jul;93(7):967-72. PM:18591621
    [Medline]