Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Niedrigdosiertes Decitabin verglichen mit supportiver Behandlung bei älteren Patienten mit Hoch-Risiko-MDS, die nicht für eine intensive Chemotherapie in Frage kommen: Ergebnisse aus der randomisierten EORTC-Phase-III-Studie.

Titel des Originals:

Low Dose Decitabine Versus Best Supportive Care in Elderly Patients with Intermediate or High Risk MDS Not Eligible for Intensive Chemotherapy: Final Results of the Randomized Phase III Study (06011) of the EORTC Leukemia and German MDS Study Groups.

Abstract-Nr.:

226

Jahr:

2008

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

Pierre Wijermans, Stefan Suciu, Liliana Baila, Uwe Platzbecker, Aristoteles Giagounidis, Dominik Selleslag, Boris Labar, Helmut Salih, Filip Beeldens, Petra Muus, Theo de Witte and Michael Lübbert

Institution/en:

Dept of Hematology, Haga Hospital, The Hague, Netherlands

Zusammenfassung des Berichts

Decitabin bei Hoch-Risiko-MDS-Patienten führt nicht zur Verlängerung des Gesamtüberlebens.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Demethylierende Substanzen sind bei Patienten mit Hoch-Risiko-MDS (IPSS) wirksam, die Remissionsraten liegen bei etwa 40-50 %. Die Therapie ist gut verträglich und ambulant durchführbar.

Fragestellung der Studie

Kann die Behandlung mit einer demethylierenden Substanz (hier: Decitabin) das Überleben bei Hoch-Risiko-MDS-Patienten verlängern?

Art der Studie

Phase III, randomisiert

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Decitabin 15 mg/m² 3x tgl. für 3 Tage; Wiederholung alle 6 Wochen.
Insgesamt 233 Patienten.

Ergebnisse, Toxizität

  • Ansprechrate bei IPSS Hoch-Risiko-MDS-Patienten: 34%.
  • Kein Unterschied im leukämiefreien Überleben.
  • Kein Unterschied im Gesamtüberleben.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Decitabin ist eine wirksame Substanz bei der Behandlung von Hoch-Risiko-MDS-Patienten.

Kommentar / Beurteilung

Die lang erwarteten Ergebnisse aus dieser randomisierten Studie sind ernüchternd. Momentan ist nicht klar, ob das Studiendesign, die Studiendurchführung oder ggf. ein anderer Wirkmechanismus der Substanz die Ursache für die aus anderen Studien bekannte und hier fehlende Effektivität (Verlängerung Gesamtüberleben) von demethylierenden Substanzen beim Hoch-Risiko-MDS sind.


Autor des Berichts:

Prof. Dr. med. Wolf-K. Hofmann

Institution:

Medizinische Klinik III, Charité - Campus Benjamin Franklin, Hindenburgdamm 30, 12203 Berlin

Letzte Änderung:

21.12.2008