Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Immunchemotherapie mit Fludarabin (F), Cyclophosphamid (C) und Rituximab (R) (FC-R) versus Fludarabin und Cyclophosphamid (FC) verbessert die Ansprechraten und das progressionsfreie Überleben bei zuvor unbehandelten Patienten mit einer fortgeschrittenen chronischen lymphatischen Leukämie

Titel des Originals:

Immunochemotherapy with Fludarabine (F), Cyclophosphamide (C), and Rituximab (R) (FCR) Versus Fludarabine and Cyclophosphamide (FC) Improves Response Rates and Progression-Free Survival (PFS) of Previously Untreated Patients (pts) with Advanced Chronic Lymphocytic Leukemia (CLL)

Abstract-Nr.:

325 *Highlight*

Jahr:

2008

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

Michael Hallek, Guenter Fingerle-Rowson, Anna- Maria Fink, Raymonde Busch, Jiri Mayer, Manfred Hensel, Georg Hopfinger, Georg Hess, Ulrich von Gruenhagen, Manuela A. Bergmann, John Catalano, Pier Luigi Zinzani, Federico Caligaris Cappio, John Francis Seymour, Alain Berrebi, Ulrich Jaeger, Bruno Cazin, Marek Trneny, Anne WestermannClemens-Martin Wendtner, Barbara F. Eichhorst, Peter Staib, Sebastian Boettcher, Matthias Ritgen, Stephan Stilgenbauer, Myriam Mendila, Michael Kneba, Hartmut Döhner,and Kirsten Fischer

Institution/en:

Department I of Internal Medicine, University of Cologne, Cologne, Germany; Technical University, Institute for Medical Statistic and Epidemiology, Munich, Germany; Hematology/Oncology, Masaryk University Hospital, Brno, Czech Republic University of Heidelberg, Mannheim, Germany; Department of Medicine III, Hanusch Hospital, Vienna, Austria; Johannes Gutenberg-Universität, Mainz, Germany; Praxis für Hämatologie/Onkologie, Cottbus, Germany; Hem./Onc., Univ. Hosp. Munich, Muenchen, Germany; Dorevitch Pathology Laboratory, Frankston Hospital, Frankston, VIC, Australia; Department of Hematology/Oncology, University of Bologna, Bologna, Italy; Ospedale San Raffaele, Milano, Italy; Peter MacCallum Cancer Institute, Richmond, Australia; Kaplan Medical Center, Rehovot, Israel; Department of Internal Medicine I, Division of Hematology and Hemostaseology, Medical University of Vienna, Vienna, Austria; Service des Maladies du Sang, Hopital Claude Huriez, Lille, France; First Dept. of Medicine, Charles Univ. General Hosp., Prague, Czech Republic; Klinik für Hämatologie und Onkologie, St.-Antonius Hospital, Eschweiler, Germany; Department of Internal Medicine II, University Hospital of Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Kiel, Germany; Department of Internal Medicine II, University Hospital, Kiel, Germany Internal Medicine III, University of Ulm, Ulm, Germany; Pharmaceuticals Division, F. Hoffmann-La Roche Ltd, Basel, Switzerland

Zusammenfassung des Berichts

FC-R wurde gegenüber FC in der Erstlinientherapie bei Patienten mit einer fortgeschrittenen CLL und wenig Komorbidität verglichen. Die FCR-Therapie war dabei in Bezug auf Ansprechraten und progressionsfreies Überleben deutlich besser und stellt daher die neue Standardtherapie bei der CLL dar.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Ergebnisse von Phase-II-Studien zeigten, dass FC-R das Ergebnis unvorbehandelter und behandelter CLL-Patienten verbessern kann.

Fragestellung der Studie

FC-R wurde gegenüber FC in der Erstlinientherapie bei Patienten mit einer fortgeschrittenen CLL und wenig Komorbidität und normaler Nierenfunktion verglichen, um die Effektivität und Verträglichkeit der Immunchemotherapie zu überprüfen.

Art der Studie

Multizentrische, internationale randomisierte Phase-III-Studie

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

409 Patienten erhielten FC (F 25 mg/m² Tag 1-3, C 250 mg/m², Wiederholung alle 28 Tage für 6 Zyklen), 408 FC-R (R 375 mg/m² beim 1. Zyklus, R 500 mg/m² von Zyklus 2-6, F 25 mg/m² Tag 1-3, C 250 mg/m², Wiederholung alle 28 Tage für 6 Zyklen). 761 Patienten waren für das Ansprechen beurteilbar, 787 für das progressionsfreie Überleben und Gesamtüberleben. 64% der Patienten befanden sich zu Therapiebeginn in Stadium Binet C, 32% in Binet C und 5% in Binet A. Das mediane Alter lag bei 61 Jahren (Spannbreite 30 bis 81 Jahre). Per FISH wurde das Auftreten der Trisomie 12 (12%) und Aberrationen von 13q (57%), 11q23 (25%) und 17p13 (8%) bestimmt. Im Durchschnitt wurde eine höhere Anzahl an FCR-Zyklen (5,2) verabreicht als FC-Zyklen (4,8).

Ergebnisse, Toxizität

Die FCR-Therapie erzielte eine höhere Rate an kompletten Remissionen (Ansprechen am Ende der Therapie: 45% gegenüber 23%), sowie eine höhere Gesamtansprechrate (95% gegenüber 88%). Das mediane progressionsfreie Überleben nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 25 Monaten betrug nach im FC-Arm 32 Monate und 43 Monate im FCR-Arm. Das Gesamtüberleben war in der Tendenz besser, der Unterschied war jedoch nicht signifikant.

Unter der FCR-Therapie traten insgesamt mehr Nebenwirkungen Grad 3 und 4 auf, diese waren jedoch vor allem auf Neutropenien und Leukozytopenien zurückzuführen. Die Rate der Infektionen war mit 19% (bezogen auf die Gesamtzahl der Patienten) im FCR-Arm gegenüber 15% im FC-Arm nicht erhöht. Tumorlyse-Syndrom und Zytokinausschüttungs-Syndrome traten in beiden Armen selten auf. Die therapieassoziierte Mortalität betrug im FCR-Arm 2% und 1,5% im FC-Arm.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Die Chemoimmuntherapie mit FC-R ist der Therapie mit FC überlegen und stellt den neuen Standard in der Erstlinientherapie der CLL dar.

Kommentar / Beurteilung

Dies ist die größte randomisierte Studie zur Therapie der CLL, die mit der Einführung der Chemoimmuntherapie FC-R einen neuen Therapiestandard bei der CLL setzt.


Autor des Berichts:

Dr. med. Barbara Eichhorst

Institution:

Klinik I für Innere Medizin, Zentrum für Integrierte Onkologie Köln Bonn, Universitätsklinik Köln

Letzte Änderung:

20.12.2008