Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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5-Azacytidin zur Behandlung der akuten myeloischen Leukämie, eine retrospektive mulizentrische Studie mit 55 Patienten

Titel des Originals:

5-Azacytidine for the Treatment of Acute Myeloid Leukemia: A Retrospective, Multicenter Study of 55 Patients

Abstract-Nr.:

1947

Jahr:

2008

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

Luca Maurillo, Alessandra Spagnoli, Mariella Genuardi, Monia Lunghi, Nicola Di Renzo, Alfonso Maria D'Arco, Giuseppe Mele, Alessandro Levis, Antonella Gozzini, Mario Petrini, Manuela Mianulli, Grazia Sanpaolo, Alberto Santagostino, Giuseppe Pietrantuono, Fiorella D'Auria, Dario Ferrero, Gianluca Gaidano, Felicetto Ferrara, Adriano Venditti, Giuseppe Leone, Valeria Santini and Pellegrino Musto

Institution/en:

Italian Cooperative Group on Azacytidine in Myelodysplastic Syndromes and Acute Myeloid Leukemias, Rionero in Vulture and Rome, Italy

Zusammenfassung des Berichts

Azacytidin (AZA) induziert bei einem Drittel der AML-Patienten ein Ansprechen. Die Standarddosis von 75 mg/m² pro Tag scheint effektiver als seine feste Dosis von 100 mg. AZA ist bei Patienten ohne Vortherapie effektiver als bei refraktärer oder rezidivierter AML. AML-Patienten mit Ansprechen auf die Therapie haben einen signifikanten Überlebensvorteil verglichen mit Patienten ohne Ansprechen. Diese Studie zeigt, wie auch einige andere, dass AZA bei AML wirkt. AZA sollte in kontrollierten prospektiven Studien bei AML untersucht werden.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Die hypomethylierende Substanz Azacytidin ist beim myelodsyplastischen Syndrom zugelassen und könnte auch bei der akuten myeloischen Leukämie wirksam sein. Es sind AML-Patienten außerhalb von Studien mit AZA behandelt worden.

Fragestellung der Studie

Analyse der AZA-Therapieergebnisse von AML-Patienten außerhalb von Studien.

Art der Studie

Retrospektiv, multizentrisch

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

55 Patienten von 2005 bis 2007; 31 Zentren in Italien; medianes Alter 72 (29 -82) Jahre; ungünstiger Karyotyp: 11 (20%) der Patienten; 14 (25%) sekundäre AML; mediane Zeit von Diagnose bis Therapie 5 (0-72) Monate; 18 (33%) AZA als Primärtherapie; 37 (67%) vorbehandelte Patienten, 22 von 34 mit Chemotherapie hatten eine autologe oder allogene Stammzelltransplantation; die übrigen hatten eine niedrig dosierte Chemotherapie. Mediane Anzahl monatliche AZA-Zyklen: 4 (1-22).

Therapie:
39 Patienten (71%) erhielten AZA in fester Dosis 100 mg/Tag s.c., 16 Patienten (29%) 75 mg/m²/Tag s.c. AZA-Therapie-Dauer: 7 Tage pro Monat: 43 Patienten (78%), mehr als 7 Tage 11 Patienten (20%), 1 Patient 5 Tage.
Kombinationen (26 (47,2%) Patienten): Wachstumsfaktoren (1), Valproinsäure +/- ATRA (21) oder Gemtuzumab-Ozogamycin (4).

Ergebnisse, Toxizität

Toxizität:
Myelosuppression Grad 3-4 (15%); Infektionen (24%); gastrointestinale Nebenwirkungen (20%).

Ansprechen:
18 von 51 Patienten (35,3%); Vollremission 8 Patienten (15,7%); Teilremission 5 Patienten (9,8%); hämatologische Verbesserung 5 (9,8%).
Höheres Ansprechen bei 75 mg/m² als bei 100 mg fester Dosierung (p=0,04).
Überlebenswahrscheinlichkeit nach 16 Monaten: 54% bei Ansprechen und 10% ohne Ansprechen (p=0,0027).

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Aza induziert bei einem Drittel der AML-Patienten ein Ansprechen. Die Standarddosis von 75 mg/m² pro Tag scheint effektiver als eine feste Dosis von 100 mg. AZA ist bei Patienten ohne Vortherapie effektiver als bei refraktärer oder rezidivierter AML. AML-Patienten mit Ansprechen auf die Therapie haben einen signifikanten Überlebensvorteil verglichen mit Patienten ohne Ansprechen.

Kommentar / Beurteilung

Diese Studie zeigt, wie auch einige andere, dass AZA bei AML wirkt. AZA sollte in kontrollierten prospektiven Studien bei AML untersucht werden.


Autor des Berichts:

Prof. Dr. med. Hartmut Link

Institution:

Medizinische Klinik I, Westpfalz-Klinikum, 67653 Kaiserslautern

Letzte Änderung:

02.01.2009