Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
SitemapSitemap  


Die frühe Anwendung von rekombinantem Erythropoetin nach allogener Stammmzelltransplantation mit reduziert-intensiver Konditionierung (RIC) bei myeloischen Neoplasien vermindert den Transfusionsbedarf und beschleunigt die hämatopoetische Rekonstitution

Titel des Originals:

Early Post-Transplant Administration of Recombinant Erythropoietin Decreases Transfusion Needs and Hastens Haemoglobin Reconstitution in Reduced Intensity Conditioned (RIC) Allogeneic Stem Cell Transplantation (ASCT) for Non-Myeloid Malignancies

Abstract-Nr.:

2997

Jahr:

2007

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

Vadim Ivanov, Catherine Faucher, Patrick Ladaique, Sabine Furst, Mohamad Mothy, Jean El Cheikh, Thomas Prebet, Diane Coso, Jean-Marc Schiano, Frederic Viret, Christian Chabannon, Didier Blaise

Institution/en:

UTTC and Hematology, Institut Paoli Calmettes, Marseille, France; CTCG, Institut Paoli Calmettes, Marseille, France; Hematology, Institut Paoli Calmettes, Marseille, France and Medical Oncology, Institut Paoli Calmettes, Marseille, France

Zusammenfassung des Berichts

Erythropoetin nach allogener Transplantation mit RIC beschleunigt den Anstieg des Hämoglobinwertes und vermindert den Bedarf an Erythrozytentransfusionen.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Nach allogener Knochenmarktransplantation und myeloablativer Konditionierung (MAC) ist Erythropoetin nur nach Tag 21 wirksam und daher nicht Standard [Link H 1994]. Für die reduziert-intensive Konditionierung (RIC) und allogene Blutstammzelltransplantation gibt es nur wenige Daten zur Erythropoetintherapie. Da bereits im Transplantat determinierte Stammzellen enthalten sind, ist eine frühere Wirksamkeit von Erythropoetin zu erwarten, außerdem ist das Knochenmarkstroma nicht beschädigt.

Fragestellung der Studie

Einfluss der Erythropoetintherapie auf die Erythrozytentransfusionen bis Tag +60 und den Hämoglobinverlauf.

Art der Studie

Prospektive einarmige Beobachtungsstudie

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

  • 135 konsekutive Patienten mit genotypisch identischer peripherer Blutstammzelltransplantation;
  • mit lymphoider Neoplasie oder solidem Tumor;
  • mit nachgewiesenem Engraftment;
  • Überleben >60 Tage nach Transplantation;
  • kein G-CSF nach Transplantation;
  • Konditionierung mit reduzierter Intensität (RIC);
  • 53 Patienten erhielten Erythropoetin-beta 30 000 I.E./Woche; Darbepoetin 150 µg/Woche oder 500 µg/ 3 Wochen; ab Tag +1 bis zum Hämoglobin von 14 oder Tag +60.

Ergebnisse, Toxizität

  • Mittlerer Tranfusionsbedarf bis Tag + 60: mit Erythropoetin 1,6 Einheiten und ohne 3,3 Einheiten (p<0,05).
  • Anstieg des Hämoglobinwertes: schneller mit Erythropoetin.
  • Multivariate Analyse: Hb-Wert vor Konditionierung (<12 g/dl oder >/=12 g/dl) oder die Verwendung von Erythropoetin beeinflussten signifikant den Transfusionsbedarf.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Erythropoetin nach reduziert-intensiver Konditionierung und allogener Blutstammzelltransplantation vermindert den Transfusionsbedarf signifikant, beschleunigt den Hb-Anstieg und vermindert die Fatigue-Symptome nach Transplantation. Es ist daher gerechtfertigt, Erythropoetin frühzeitig nach RIC-Transplantation anzuwenden.

Kommentar / Beurteilung

Diese Studie bestätigt die Annahme, dass mit der Transplantation von peripheren Blutstammzellen ein positiver Effekt mit Erythropoetin zu erzielen ist. Es wäre wünschenswert, hier eine prospektive Vergleichsstudie zu erhalten, um diese Ergebnisse abzusichern.


Autor des Berichts:

Prof. Dr. med. Hartmut Link

Institution:

Medizinische Klinik I, Westpfalz-Klinikum, 67653 Kaiserslautern

Letzte Änderung:

24.01.2008


Ergänzende Literaturreferenz/en:

  • Link H, Boogaerts MA, Fauser AA, Slavin S, Reiffers J, Gorin NC, Carella AM,
    Mandelli F, Burdach S, Ferrant A, et al.
    A controlled trial of recombinant human erythropoietin after bone marrow
    transplantation.
    Blood. 1994 Nov 15;84(10):3327-35. PM:7949088
    [Medline]