Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Unklare Eisenmangelanämie - Lösen des Problems

Titel des Originals:

Resolving the Riddle of Obscure Iron Deficiency Anemia

Abstract-Nr.:

371

Jahr:

2007

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

Chaim Hershko, Julian Patz, Aharon Ronson

Institution/en:

Shaare Zedek Medical Center, Jerusalem, Israel

Zusammenfassung des Berichts

Bei unklarer Eisenmangelanämie sollen okkulte Blutungen, H.pylori-postitive Gastritis, autoimmune Gastritis und Zöliakie abgeklärt werden. Mit der Therapie der H.pylori-positiven Gastritis wird die Eisenabsorption verbessert. Eine H.pylori-positive Gastritis kann zur autoimmunen Gastritis führen.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Konventionelle endoskopische und radiologische Diagnostik versagen bei 1/3 der Männer und postmenopausalen Frauen mit Eisenmangelanämie. Neben Blutungen kommt u.a. auch abnorme Eisenabsorption als Ursache in Frage. Helicobacter pylori Infektion und autoimmune atrophische Gastritis interferieren mit Eisenabsorption durch verminderte Azidität im Magen.

Fragestellung der Studie

Ursachen der nicht durch Blutungen bedingten gastrointestinalen Ursachen der Eisenmangelanämie

Art der Studie

Prospektive Studie

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

300 konsekutive Patienten mit unklarer Eisenmangelanämie, mittleres Alter 39 +/- 18 Jahre, 251 (84%) Frauen, Screening auf gastrointestinale Ursachen einschließlich Zöliakie (Anti-Endomysium-Antikörper), autoimmune atrophische Gastritis (Hypergstrinämie, Anti-Parietalzell-Antikörper), H.pylori-Gastritis (IgG-Antikörper, Urea Atemtest).

Ergebnisse, Toxizität

Die Ursache der Eisenmangelanämie wurde bei 93% der Patienten gefunden:

  • 31 (10%) gastrointestinale Blutung
  • 96 (32%) Menorrhagie
  • 18 (6%) neudiagnostizierte Zöliakie
  • 77 (26%) autoimmune atrophische Gastritis, davon 39 mit koexistenter H.pylori-Infektion
  • 57 (19%) H.pylori-Infektion

Therapieergebnisse:

Männer ohne Blutung mit H.pylori-positiver Gastritis ohne Ansprechen auf orale Eisentherapie (25 von 29):

  • Nach H.pylori-Eradikation erreichten alle normale Hb-Werte mit Nachbeobachtungszeiten von 4-69 Monaten (38 +/- 5 Monate, Mittelwert +/- 1 SD).
  • Parallel signifikanter Abfall von H.pylori-Antikörpern und Serum-Gastrinwerten.
  • 16 Patienten beendeten die Eisensubstitution; 4 von Ihnen hatten nach der Eradikation kein Eisen erhalten.

Korrelation zwischen Eisenmangelanämie assoziierter autoimmuner Gastritis und perniziöser Anämie:

  • 160 Patienten mit autoimmuner Gastritis, davon 83 mit Eisenmangelanämie.
  • Mit zunehmendem Alter nahm das MCV der Erythrozyten  von 68 +/- 9 auf 95 +/-16 fl zu.
  • Zunahme des Serum-Gastrins: von 349 +/- 247 auf  800 +/- 627 U/mL,
  • Abnahme des Cobalamins im Serum von 392 +/- 179 auf 108 +/- 65 pg/mL.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Die günstigen Langzeitergebnisse der H.pylori-Eradikation legen einen ursächlichen Zusammenhang zwischen H.pylori-Infektion und Eisenmangelanämie nahe. Ein Teil der H.pylori-Patienten entwickelt eine autoimmune Gastritis. Die Ergebnisse implizieren eine Erkrankung, die sich als Eisenmangelanämie manifestiert, bereits vor Auftreten eines klinischen Cobalamin-Mangels. Die autoimmune Gastritis ist wahrscheinlich durch Antigen-Mimicry zwischen H.pylori-Epitopen und Major-Autoantigenen der gastrischen Mucosa getriggert. H.pylori und autoimmune Gastritis als gemeinsame Ursachen der unerklärten Eisenmangelanämie sollten die Diagnostik und Therapie beeinflussen, wenn die Eisensubstitiution erfolglos bleibt.

Kommentar / Beurteilung

Die okkulte Eisenmangelanämie kann häufig nicht weiter aufgeklärt werden. Es ist daher sehr hilfreich, dass die gastrointestinale Diagnostik und Therapie und insbesondere der H.pylori-Infektion einen kurativen Ansatz bietet.


Autor des Berichts:

Prof. Dr. med. Hartmut Link

Institution:

Medizinische Klinik I, Westpfalz-Klinikum, 67653 Kaiserslautern

Letzte Änderung:

21.01.2008


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