Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Patienten mit diffus-großzelligem B-Zell-Lymphom mit limitiertem Krankheitsstadium und negativem PET nach 3 Zyklen Rituximab-CHOP können durch eine verkürzte Chemoimmuntherapie effizient behandelt werden

Titel des Originals:

Limited-Stage Diffuse Large B-Cell Lymphoma (DLBCL) Patients with a Negative Pet Scan Following Three Cycles of R-CHOP Can Be Effectively Treated with Abbreviated Chemoimmunotherapy Alone

Abstract-Nr.:

787

Jahr:

2007

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

Laurie H. Sehn, Kerry J. Savage, Paul Hoskins, Richard Klasa, Tamara Shenkier, Nicholas Voss, Don Wilson, Joseph M. Connors

Institution/en:

Department of Medical Oncology, British Columbia Cancer Agency, Vancouver, BC, Canada; Radiation Oncology, British Columbia Cancer Agency, Vancouver, BC, Canada; Functional Imaging, British Columbia Cancer Agency, Vancouver, BC, Canada

Zusammenfassung des Berichts

Patienten mit limitierten Stadien großzelliger B-NHL mit 3 Zyklen Rituximab-CHOP sind ausreichend effizient behandelt, wenn das PET nach 3 Zyklen negativ ist.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Die Positronenemissionstomographie (PET) ist eine sensitive Methode, um Patienten mit chemosensitiver Erkrankung zu identifizieren, die möglicherweise mit einer verkürzten Chemoimmuntherapie behandelt werden können.

Fragestellung der Studie

Es wurde untersucht, ob Patienten mit diffus-großzelligem B-Zell-Lymphom mit limitiertem Krankheitsstadium und negativem PET nach 3 Zyklen Rituximab-CHOP durch eine verkürzte Chemoimmuntherapie effizient behandelt werden können. Das geschätzte progressionsfreie 2-Jahres-Überleben der Gesamtgruppe ist 91% (97% für die PET-negativen und 69% für die PET-positiven Patienten, p=0,09).

Art der Studie

Retrospektive Auswertung

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Seit 2005 erhielten alle Patienten in British Columbia, Kanada, mit diffus-großzelligem B-Zell-Lymphom und limitiertem Krankheitsstadium (Stadium I, II, Tumordurchmesser <10cm, keine B-Symptomatik) nach dem 3. Zyklus Rituximab-CHOP eine PET-Untersuchung. PET-negative Patienten erhielten einen weiteren Zyklus Rituximab-CHOP, während PET-positive Patienten mit einer Involved-field-Bestrahlung behandelt wurden.
Die klinischen Merkmale der ersten 50 Patienten waren wie folgt: Das mediane Alter war 67 Jahre, 56% Männer, Stadium I 62%, Stadium II 38%, Stadium III und IV 4%, erhöhte LDH bei 6%, eine extranodale Manifestationen bei 58%, 2 extranodale Manifestationen bei 10% der Patienten. 'International Prognostic Index': IPI 0 22%, IPI 1-2 70%, IPI 3-4 8% der Patienten. Das mediane Follow-up ist 17 Monate.

Ergebnisse, Toxizität

Nach drei Zyklen Rituximab-CHOP waren 37 Patienten (74%) PET-negativ und 13 Patienten (26%) PET-positiv. Das PET-Ergebnis war nicht mit anderen klinischen Merkmalen korreliert.
Von den 37 PET-negativen Patienten erhielten 35 einen weiteren Zyklus Rituximab-CHOP. Ein Patient erhielt eine Involved-Field-Strahlentherapie und ein Patient starb infolge einer Therapietoxizität. Von diesen 37 Patienten erlitt nur 1 Patient ein Rezidiv, der nach einer Salvagetherapie noch am Leben ist.
Alle 13 PET-positiven Patienten erhielten eine Involved-field-Strahlentherapie. In dieser Gruppe gab es 5 Rezidive, davon verstarben 2 Patienten.
Das geschätzte progressionsfreie 2-Jahres-Überleben der Gesamtgruppe ist 91% (97% für die PET-negativen und 69% für die PET-positiven Patienten, p=0,09). Das geschätzte 2-Jahres-Gesamtüberleben ist 97% für die PET-negativen und 69% für die PET-positiven Patienten, p=0,1).

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Patienten mit diffus-großzelligem B-Zell-Lymphom mit limitiertem Krankheitsstadium und negativem PET nach 3 Zyklen Rituximab-CHOP können durch eine verkürzte Chemoimmuntherapie effizient behandelt werden. Bei dieser Patientengruppe kann auf die Strahlentherapie verzichtet werden.

Kommentar / Beurteilung

Interessante Daten einer retrospektiven Auswertung, jedoch nur kurze Nachbeobachtungszeit. Auffällig ist, dass in der Problemgruppe der PET-positiven Patienten die Involved-field-Bestrahlung nur begrenzt wirksam zu sein scheint. Frau Sehn sagte während des ASH-Vortrags auch, dass hier in Zukunft aggressivere Salvageprotokolle in Erwägung gezogen werden.


Autor des Berichts:

Priv.-Doz. Dr. med. M. Witzens-Harig

Institution:

Medizinische Klinik V (Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie), INF 410, 69120 Heidelberg

Letzte Änderung:

21.12.2007


ASH-Report zu #787
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