Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Oraler mTOR-Inhibitor Everolimus (RAD001) bei Patienten mit rezidiviertem aggressiven Non-Hodgkin-Lymphom (NHL)

Titel des Originals:

A phase II trial of the oral mTOR inhibitor Everolimus (RAD001) in Relapsed Aggressive Non-Hodgkin Lymphoma (NHL)

Abstract-Nr.:

121

Jahr:

2007

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

Craig B. Reeder, Michel K. Gornet, Thomas M. Haberman, Stephen M. Ansel, Ivana N. Micallef, Luis F. Porrata, Patrick B. Johnston, Mathew J. Maurer, Betsy LaPlant, Brian Kabat, David J. Inwards, Joseph P. Colgan, Timothy Call, Svetomir Marcovic, Clive S. Zent, Stephen R. Zeldenrust, Han W. Tun, Thomas E. Witzig

Institution/en:

Department of Internal Medicine, Division of Hematology, Mayo Clinic, Rochester, MN, USA; Department of Internal Medicine, Division of Hematology, Mayo Clinic, Scottsdale, AZ, USA; Department of Internal Medicine, Division of Hematology, Mayo Clinic, Jacksonville, FL, USA

Zusammenfassung des Berichts

Everolimus verfügt über "Single-Agent"-Aktivität beim rezidivierten aggressiven NHL. Eine orale Behandlung der Patienten ist über einen längeren Zeitraum möglich. Somit liegt ein erster Hinweis vor, dass die mTOR-Inhibition beim aggressiven NHL eine wichtige Rolle spielen kann.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Insbesondere weil die Primärbehandlung von Patienten mit aggressivem NHL sehr viel besser geworden ist, ist das Ansprechen auf die bislang etablierten Zweitlinientherapien aufgrund der aggressiven Natur der heute rezidivierenden Tumoren deutlich schlechter. Somit besteht ein Bedarf an neuen Substanzen zur Behandlung der Rezidive. Der mTOR-Signaltransduktionsweg integriert Signale von multiplen Rezeptor-Tyrosinkinasen, um die zelluläre Proliferation und das Überleben zu kontrollieren. Everolimus (RAD001) ist eine Prüfsubstanz, die mTOR inhibiert und somit die Zellzyklusprogression verhindert.

Fragestellung der Studie

Vermag Everolimus ein Tumoransprechen bei rezidivierten/refraktären aggressiven Non-Hodgkin-Lymphomen zu induzieren? Primärer Endpunkt war das Tumoransprechen; sekundäre Endpunkte waren Gesamtüberleben, progressionsfreies Überleben, Toxizität der Behandlung.

Art der Studie

Offene, nicht randomisierte Phase-II-Studie

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

37 Patienten, die Neutrophile von >1000/µl, Thrombozyten von >75.000/µl, Bilirubin und Kreatininwerte unterhalb des doppelten oberen Normwertes aufwiesen, wurden mit 10 mg Everolimus/Tag behandelt und 1x/Monat untersucht. Dosisreduktion von 5 mg jeden oder jeden zweiten Tag waren erlaubt. Patienten konnten die Medikation bis hin zur Krankheitsprogression erhalten.

Ergebnisse, Toxizität

20 Patienten (54%) mit Rezidiv eines diffus-großzelligem NHL, 14 Patienten (38%) mit Mantelzell-Lymphom, 3 Patienten mit aggressivem follikulären NHL wurden in die Studie eingeschlossen. Das mediane Alter der Patienten war 72 Jahre (45 bis 92 Jahre). Patienten hatten im Schnitt 4 Vorbehandlungen (1 bis 15). Das Gesamtansprechen lag bei 32% (12/37) mit einer kompletten Remission und 11 partiellen Remissionen. Die mediane Zeit bis zur Progression war 3,1 Monate. Die mediane Remissionsdauer der 12 Patienten mit Therapieansprechen war 5,5 Monate. 5 Patienten blieben über 6 Monate Beobachtungsdauer progressionsfrei.

Everolimus wurde gut vertragen. Die Häufigkeiten von Anämie, Thrombopenie und Neutropenie Grad 3 waren 11%, 16%, und 30%. 2 Patienten entwickelten eine Grad-4-Neutropenie. Grad-2-Hypercholesterinämie trat bei 11%, Grad-2-Hyperglykämie bei 16%, Grad-3-Hyperglykämie bei 11% und ein Patient entwickelte eine Grad-4-Hypertriglyceridämie.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Everolimus weist eine "Single-Agent"-Aktivität zur Behandlung rezidivierter aggressiver NHL auf. Die Behandlung wird gut vertragen.

Kommentar / Beurteilung

Everolimus, bislang bekannt als Immunsuppressivum nach Herztransplantation, weist eine interessante antiproliferative Aktivität bei verschiedenen Tumoren auf. Hier wurde gezeigt, dass es auch bei Patienten mit rezidiviertem aggressiven NHL eine Aktivität gibt. Weitere Studien sind erforderlich, um diese interessante Substanz in die Klinik einzuführen.


Autor des Berichts:

Prof. Dr. med. Jörg Schubert

Institution:

Medizinische Klinik I, Universtitätsklinikum des Saarlandes, Kirrbergerstraße, 66421 Homburg/Saar

Letzte Änderung:

02.01.2008