Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplen Myelom, die durch eine Therapie mit Lenalidomid/Dexamethason eine komplette Remission oder eine sehr gute Teilremission erreichen, haben eine Verlängerung des progressionsfreien Intervalls gegenüber Patienten, die eine partielle Remission erreichen.

Titel des Originals:

Relapsed/Refractory Multiple Myeloma Patients Treated with Lenalidomide/Dexamethasone Who Achieve a Complete or near Complete Response Have Longer Overall Survival and Time to Progression Compared with Patients Achieving a Partial Response

Abstract-Nr.:

3598

Jahr:

2007

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

Jean-Luc Harousseau, Donna Weber, Meletios Dimopoulos, Marta Olesnyckyj, Zhinuan Yu, Jerome Zeldis, Robert Knight, David Siegel

Institution/en:

Centre Hospitalier Hotel-Dieu, Nantes, France; MD Anderson Cancer Center, Houston, TX, USA; University of Athens School of Medicine, Athens, Greece; Celgene Corporation, Summit, NJ, USA; Hackensack University Medical Centre, Hackensack, NJ, USA

Zusammenfassung des Berichts

Für Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplem Myelom resultiert das Erreichen eines Ansprechens mit mindestens einer sehr guten Teilremission zu einer Verlängerung des progressionsfreien Intervalls unabhängig von der Anzahl der Vortherapien. Diese Verbesserung des Ansprechens zeigt sich auf in einem Trend zu einem besseren Gesamtüberleben, welcher aber zum Zeitpunkt der Auswertung keine statistische Signifikanz aufweist.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Für neudiagnostizierte Patienten mit Multiplem Myelom, die mittels autologer Blutstammzelltransplantation therapiert wurden, findet sich ein Trend, dass das Erreichen einer Vollremission (CR) oder sehr guten Teilremission (VGPR) zu günstigeren Gesamtüberlebenszeiten führt. Der prognostische Wert des Erreichens einer CR oder VGPR wurde bisher nicht im Rahmen einer konventionellen Therapie und bei rezidivierten Patienten untersucht.

Fragestellung der Studie

Führt das Erreichen einer CR oder VGPR bei Patienten mit rezidiviertem/refraktärem Myelom gegenüber einer partiellen Remission (PR) zu einer Beeinflussung des Gesamtüberlebens und der Zeit bis zum Wiederauftreten der Erkrankrankung?

Art der Studie

Evaluation gepoolter Daten der randomisierten Phase III Studien MM-009 und MM-010 von Patienten, die mit Lenalidomid/Dexamethason behandelt wurden.

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Das Ansprechen wurde nach den 'International Response Criteria' bestimmt. Es wurden zwei Gruppen gebildet anhand des Erreichens einer CR/VGPR oder einer PR. Die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen wurden hinsichtlich Zeit bis zum Ansprechen, Dauer des Ansprechens, der Zeit bis zum Wiederauftreten der Erkrankung, dem Gesamtüberleben und der Nebenwirkungen analysiert.
Untersucht wurden die Daten von n=353 Patienten, davon hatten n=214 mindestens eine PR (n=86 CR/VGPR; n=128 PR).

Ergebnisse, Toxizität

Die Dauer der Ansprechens (p<0,001) und die Zeit bis zum Progress (p<0,001) war signifikant länger für Patienten mit CR/VGPR verglichen mit Patienten mit Teilremission (PR). Das Gesamtüberleben war nicht signifikant unterschiedlich.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Patienten, die eine CR/VGPR erreichten, haben eine Verlängerung der Zeit bis zum Progress der Erkrankung, was sich auch in einem Trend zu einem verlängerten Gesamtüberleben abbildet. Es bleiben aber Daten abzuwarten von den Patienten, die noch unter Therapie mit Lenalidomid/Dexamethason sind und möglicherweise verspätet eine CR/VGPR erreichen.

Kommentar / Beurteilung

Ziel vieler Studien ist es, durch eine Therapie mit neuen Substanzen hohe CR/VGPR-Raten zu erreichen, von denen erwartet wird, dass sie auch zu einem verbesserten Gesamtüberleben führen. Die hier vorgestellten Daten zeigen einen Trend in diese Richtung, ohne aber das Signifikanzniveau zu erreichen. Ein längeres Nachbobachtungsintervall sollte abgewartet werden.


Autor des Berichts:

Dr. med. Ulrike Klein

Institution:

Universitätsklinikum Heidelberg, Medizinische Klinik V, Hämatologie/Onkologie, Im Neuenheimer Feld 410, 69120 Heidelberg

Letzte Änderung:

20.12.2007