Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Vergleichbare Resultate nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation von gematchten Fremd- und Geschwisterspendern bei älteren Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML) - Ergebnisse einer retrospektiven Analyse bei 368 Patienten

Titel des Originals:

Comparable Outcome after Allogeneic Hematopoietic Cell Transplantation from Matched Unrelated and Sibling Donors in Elderly Patients with Acute Myeloid Leukemia – Results of a Retrospective Analysis in 368 Patients

Abstract-Nr.:

172 *Highlight*

Jahr:

2007

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

Johannes Schetelig, Martin Bornhäuser, Christoph Schmid, Bernd Hertenstein, Rainer Schwerdtfeger, Hans Martin, Matthias Stelljes, Ute Hegenbart, Kerstin Schäfer-Eckart, Monika Füssel, Beate Wiedemann, Christian Thiede, Herrad Baurmann, Arnold Ganser, Hans-Jochem Kolb, Gerhard Ehninger

Institution/en:

Technical University, University Hospital, Dresden, Germany; Medizinische Klinik II, Augsburg, Germany; Klinikum Mitte, Bremen, Germany; Deutsche Klinik für Diagnostik, Wiesbaden, Germany; Medizinische Klinik II, University, Frankfurt, Germany; Medizinische Klinik 5, University, Münster, Germany; Medizinische Klinik V, University, Heidelberg, Germany; Medizinische Klinik 5, Nürnberg, Germany; Deutsche Knochenmarkspendedatei, Germany; Medizinische Klinik, Medical University, Hannover, Germany

Zusammenfassung des Berichts

Bei älteren AML-Patienten >50 Jahren ist die allogene Stammzelltransplantation (SZT) von gematchten Fremdspendern der SZT von Geschwisterspendern in Bezug auf das Überleben zumindest ebenbürtig.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Für AML-Patienten existieren unterschiedliche Vorgehensweisen hinsichtlich des Einsatzes der allogenen SZT in Abhängigkeit des Alters und der Verfügbarkeit eines Geschwister- oder Fremdspenders.

Fragestellung der Studie

Ist bei älteren AML-Patienten die Herkunft des Stammzellspenders (verwandt/unverwandt) ein prognostischer Faktor?

Art der Studie

Retrospektive Analyse

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Die Studienpopulation umfasste 368 AML-Patienten älter als 50 Jahre, die zwischen 1995-2005 mit allogener SZT behandelt wurden. Die AML der Patienten hatte nach zytogenetischen Kriterien ein intermediäres oder hohes Rezidivrisiko. Das mediane Alter der Patienten lag bei 57 (50-73) Jahren. Spender-Patienten-Paare wurden als HLA-kompatibel ("gematcht") klassifiziert, wenn in der DNA-Typisierung Spender und Patient in mindestens 9 von 10 HLA-Allel-Merkmalen übereinstimmten. 72% der Patienten wurden mit dosisreduzierter Konditionierung behandelt. 84% der Patienten erhielten periphere Blutstammzellen. Die Daten wurden durch Multivarianz-Analyse untersucht.

Ergebnisse, Toxizität

Das Krankheitsstadium zum Zeitpunkt der SZT (p<0,001) und das zytogenetische Risiko (p<0,001) waren hochsignifikante Prädiktoren für das krankheitsfreie Überleben und Gesamtüberleben der AML-Patienten. Das relative Risiko eines Patienten mit einem HLA-gematchten Fremdspender lag bei 0,9 (95% KI, 0,6-1,2) für das krankheitsfreie Überleben und bei 1,0 (95% KI, 0,7-1,4) für das Gesamtüberleben im Vergleich zu einem Patienten mit einem Geschwisterspender. In der Subgruppen-Analyse zeigte sich ein verbessertes krankheitsfreies Überleben bei AML-Patienten mit zytogenetischem Hochrisiko und <1. kompletter Remission (p=0,0147), wenn sie von einem HLA-gematchten Fremdspender im Vergleich zu einem Geschwisterspender transplantiert wurden. In allen anderen Subgruppen verliefen die fremdspender-transplantierten Patienten nicht schlechter als die geschwisterspender-transplantierten Patienten.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Die allogene SZT vom HLA-gematchten Fremdspender (>/= 9/10) zeigt ein zumindest äquivalentes Überleben im Vergleich zur allogenen SZT vom Familienspender bei Patienten im Alter >50 Jahre mit zytogenetischer Intermediär- oder Hochrisiko-AML. Im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium (> 1. komplette Remission) bei zytogenetischer Hochrisiko-AML scheint das krankheitsfreie Überleben nach Fremdspendertransplantation sogar besser zu sein.

Kommentar / Beurteilung

Eine sehr wichtige Studie, die die zunehmende Bedeutung der Fremdspendertransplantation (und deren Äquivalenz im Vergleich zur Familienspendertransplantation) unterstreicht.


Autor des Berichts:

Priv.-Doz. Dr. med. Wolfgang Herr

Institution:

III. Medizinische Klinik, Hämatologie und Onkologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Langenbeckstr. 1, 55101 Mainz

Letzte Änderung:

16.01.2008