Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Phase-I-Studie zu Sorafenib bei Patienten mit rezidivierter/refraktärer akuter myeloischer Leukämie oder Hochrisiko-MDS

Titel des Originals:

Update of a Phase I Study of Sorafenib in Patients with Refractory/Relapsed Acute Myeloid Leukemia or High-Risk Myelodysplastic Syndrome

Abstract-Nr.:

893

Jahr:

2007

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

John Delmonte Jr., Hagop M. Kantarjian, Michael Andreeff, Stefan Faderl, John J. Wright, Weiguo Zhang, Marina Konopleva, Srdan Verstovsek, Gautam Borthakur, Farhad Ravandi, Jorge Cortes

Institution/en:

Leukemia, University of Texas, M.D. Anderson Cancer Center, Houston, TX, USA; Investigational Drug Branch, National Institutes of Health, Bethesda, MD, USA

Zusammenfassung des Berichts

Diese Studie zeigt, dass Sorafenib als "singe agent" gut vertragen wird und bei vorliegender FLT3-ITD-Mutation zumindest bei einem Patienten eine komplette Remission induziert hat. Darüber hinaus konnte bei der Mehrzahl der Patienten mit FLT3-ITD-Mutation ein antiproliferativer Effekt im Median von 42 Tagen induziert werden.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Sorafenib ist ein Multi-Kinaseinhibitor und inhibiert im Zellkultursystem verschiedene FLT3-ITD-Mutanten mit einer IC-50 von 1-3nM.

Fragestellung der Studie

Evaluation der dosislimitierenden Toxiziät als primären Endpunkt und Wirksamkeit als sekundären Endpunkt

Art der Studie

Phase-I-Dosis-Eskalation

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

  • Schema A: 21 Tage, 2 Gaben täglich mit einer Startdosierung von 2x 200mg/Tag, jeweils 5 Tage die Woche.
  • Schema B: 14 Tage, 2 Gaben täglich mit einer Startdosierung von 2x 200mg/Tag in einem 21-Tage-Zyklus.

Ergebnisse, Toxizität

Primärer Endpunkt:

  • Dosislimitierende Toxizität im Schema B: 1 Patient CTC (Common Toxicity Criteria) Grad-3-Hyperbilirubinämie bei 800 mg.
  • Dosis-limitierende Toxizität (DLT) im Schema A: 1 Patient CTC Grad 3 Pleuraerguss bei 600 mg.

Dosislimitierende Toxizität in beiden Schematas nicht erreicht.

Sekundärer Endpunkt:
Ein Patient erreichte eine komplette Remission. Bei 11 von 20 Patienten konnte eine vorübergehende Blastenreduktion erreicht werden.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Die Gabe von Sorafenib bei AML-Patienten ist sicher und scheint präferenziell bei Patienten mit FLT3-ITD-Mutation wirksam zu sein.

Kommentar / Beurteilung

Diese Studie ist insbesondere auf dem Hintergrund der in Deutschland aktiv rekrutierenden, randomisierten Sorafenib-Studie (Prof. Serve, Frankfurt) interessant, da eine Wirksamkeit der Substanz bereits als "single agent" nachweisbar ist.


Autor des Berichts:

Dr. med. Richard F. Schlenk, Dr. med. Sabine Kayser

Institution:

Klinik für Innere Medizin III, Universitätsklinikum Ulm

Letzte Änderung:

14.12.2007