Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Hohe Prävalenz der FLT3-ITD-Mutationen ist bei der AML mit t(6;9)(p23;q34) mit schlechter Prognose assoziiert: Internationale Metaanalyse

Titel des Originals:

The High Prevalence of FLT3-ITD Mutations Is Associated with the Poor Outcome in Adult Patients with t(6;9)(p23;q34) Positive AML Results of an International Metaanalysis.

Abstract-Nr.:

761

Jahr:

2007

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

Christian Thiede, Clara D. Bloomfield, Francesco Lo Coco, Stefan Fröhling, Wolfgang Hiddemann, Jürgen Krauter, Markus Schaich, Susan P. Whitman, Guiseppe Saglio, Konstanze Döhner, Karsten Spiekermann, Susanne Schnittger, Arnold Ganser, Gerhard Heil, Thomas Büchner, Hartmut Döhner, Richard A. Larson, Gerhard Ehninger

Institution/en:

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, Germany; Ohio State University, Columbus, OH, USA; University Tor Vergata, Rom, Italy; Universitätsklinikum Ulm, Ulm, Germany; Klinikum Großhadern, LMU München, München, Germany; Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, Germany; University of Turin, Turin, Italy; Munich Leukemia Laboratory, München, Germany; Universitätsklinikum Münster, Münster, Germany; University of Chicago, Chicago, IL, USA

Zusammenfassung des Berichts

Akute myeloische Leukämien, definiert durch seltene chromosomale Aberrationen wie der t(6;9)(p23;q34), lassen sich nur durch internationale Kooperation untersuchen. Die prognostische sehr ungünstige Bedeutung der kooperierenden FLT3-ITD bei dieser Patientengruppe unterstreicht die Notwendigkeit neuer Therapieansätze mit Thyrosinkinaseinhibitoren.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Die Inzidenz der t(6;9)(p23;q34) bei der AML/MDS liegt zwischen 0,5-1% und ist in einem hohen Prozentsatz mit einer FLT3-ITD-Mutation assoziiert. Nur durch internationale Kooperation und gemeinsame Analysen ist eine Abschätzung der Prognose möglich.

Fragestellung der Studie

Prognostische Bedeutung der FLT-ITD-Mutation bei der AML mit t(6;9)(p23;q34)

Art der Studie

Individuelle patientenbasierte (IPD) Metaanalyse

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

"Individual Patient based"-Metaanalyse der AML-Studiengruppen DSIL (Deutsche Studieninitiative Leukämie), AML-CG (Deutsche AML-Studiengruppe, Acute Myeloid Leukemia Cooperative Group), AML-SG (AML-Studiengruppe Ulm/Hannover, AML Study Group), CALGB (Cancer and Leukemia Group B).

Ergebnisse, Toxizität

Insgesamt wurde über 50 Patienten mit AML und 5 Patienten mit myelodysplastischen Syndromen (MDS) berichtet. Bei 42 von 55 Patienten (76%) lag eine begleitende FLT3-ITD-Mutation vor. FLT3-TKD-Mutationen wurden keine identifiziert. Die Remissionsrate nach intensiver Induktionstherapie lag bei Patienten mit FLT3-ITD-Mutation bei 36% und damit deutlich niedriger im Vergleich zu Patienten ohne FLT3-ITD-Mutation mit 75% (p=0,04). In Analogie war das Gesamtüberleben in der Gruppe der Patienten mit FLT3-ITD-Mutation signifikant schlechter (0,006) als das der Patienten ohne FLT3-ITD-Mutation. In der Patientengruppe mit FLT3-ITD-Mutation zeigten nur Patienten nach einer allogenen Transplantation ein längerfristiges Überleben.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

AML mit t(6;9)(p23;q34) sind sehr häufig mit FLT3-ITD-Mutation assoziiert. Nicht die chromosomale Aberration t(6;9)(p23;q34) sondern vielmehr die häufig assoziierte FLT3-ITD-Mutation scheint für eine ungünstige Prognose dieser Patienten verantwortlich zu sein.

Kommentar / Beurteilung

Diese Studie zeigt eindrucksvoll den Erfolg internationaler Kooperationen und die zukünftige Entwicklung bei der AML: auf den Genotyp spezifisch ausgerichtete Metaanalysen und im zweiten Schritt auf den Genotyp ausgerichteten Therapiestrategien.


Autor des Berichts:

Dr. med. Richard F. Schlenk, Dr. med. Sabine Kayser

Institution:

Klinik für Innere Medizin III, Universitätsklinikum Ulm

Letzte Änderung:

14.12.2007