Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Evaluation des prospektiven Nachweises von PML-RARA und RARA-PML Fusionstranskripten mit Hilfe der RQ-PCR, um die präemptive Therapie mit Arsentrioxid bei Patienten mit akuter Promyelozytenleukämie (APL) im Rahmen der MRC-AML-15-Studie zu steuern

Titel des Originals:

Evaluation of Prospective Detection of PML-RARA and RARA-PML Fusion Transcripts by Real-Time Quantitative PCR (RQ-PCR) To Direct Pre-Emptive Therapy with Arsenic Trioxide (ATO) in Acute Promyelocytic Leukemia (APL) Patients Treated in the UK MRC AML15 Trial

Abstract-Nr.:

541

Jahr:

2007

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

David J. Grimwade, J. Jovanovic, R. Hills, E. Nugent, Y. Patel, R. Flora, D. Diverio, K. Jones, H. Aslett, E. Sellwood, E. Solomon, F. Lo Coco, K. Wheatley, A. Burnett

Institution/en:

Dept. Genetics, KCL, London, United Kingdom; Dept. Haematol, Univ of Wales, Cardiff, United Kingdom; Dept Haematol, UCL, London, United Kingdom; Clin Trials Unit, Univ Birmingham, Bham, United Kingdom; Dept Hematol, Univ Tor Vergata, Rome, Italy

Zusammenfassung des Berichts

Die Rate an hämatologischen Rezidiven lässt sich durch die sequenzielle Messung mittels RQ-PCR (Quantitative Realtime-PCR) von PML-RARA und RARA-PML verringern und eröffnet die Möglichkeit der präemptiven Therapie, welcher der Therapie im hämatologischen Rezidiv deutlich überlegen ist.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Der Nachweis eines Wiederanstiegs des MRD-Levels (MRD: "minimal residual disease", minimale Resterkrankung) nach Erreichen einer molekularen Remission bei der APL ist ein exzellenter prognostischer Marker um das Rezidiv bei der APL vorherzusagen.

Fragestellung der Studie

Evaluation der MRD-gesteuerten präemptiven Therapie mit Arsentrioxid bei der APL im Rahmen einer prospektiven multizentrischen Studie

Art der Studie

Phase-II-Studie

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Evaluation der RQ-PCR für PML-RARA und RARA-PML nach jedem Therapiezyklus und im Follow-up alle drei Monate für 2 Jahre. Bei MRD-Anstieg präemptive Therapie mit Arsentrioxid.

Ergebnisse, Toxizität

Insgesamt wurde über 261 Patienten berichtet.
Am Ende der Konsolidierungstherapie waren 6 von 182 noch RQ-PCR-positiv und für diese 6 Patienten wurde die allogene Transplantation geplant.
Von den RQ-PCR-negativen Patienten nach Konsolidierungstherapie wurde bei 10 Patienten im weiteren Verlauf im Median nach 8 Monaten wieder eine positive RQ-PCR berichtet. Dabei war auffällig, dass Proben aus dem Knochenmark im Vergleich zu Proben aus dem peripheren Blut um den Faktor log(1,5) sensitiver das Rezidiv vorhersagten und das Rezidiv basierend auf Proben aus dem Knochenmark im Median 29 Tage früher entdeckt wurde. Sechs Patienten erhielten eine präemptive Therapie mit Arsentrioxid und alle befanden sich mit einem medianen Follow-up von 22 Monaten in Vollremission (CR). Bei weiteren 4 Patienten wurde das Rezidiv zwar durch die RQ-PCR vorhergesagt, die Therapie wurde allerdings erst nach dem hämatologischen Rezidiv begonnen (1 Patient ZNS-Rezidiv). Weitere 2 Patienten rezidivierten, wobei ein molekulares Screening aufgrund fehlender Proben nicht durchgeführt werden konnte. Von den 6 Patienten mit hämatologischem Rezidiv sind drei im weiteren Therapieverlauf gestorben.

Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Rigoroses, sequenzielles RQ-PCR-Monitoring von Knochenmarkproben ist in Kombination mit präemptiver Salvage-Therapie mit Arsentrioxid ein valider Ansatz zur Vermeidung von hämatologischen Rezidiven bei der APL.

Kommentar / Beurteilung

Diese Studie zeigt eindrucksvoll die Fortschritte bei der Behandlung der APL mit einer Rezidivrate von 3%. Darüber hinaus verhinderte die durch RQ-PCR gesteuerte präemptive Therapie mit Arsentrioxid zuverlässig ein hämatologisches Rezidiv.


Autor des Berichts:

Dr. med. Richard F. Schlenk, Dr. med. Sabine Kayser

Institution:

Klinik für Innere Medizin III, Universitätsklinikum Ulm

Letzte Änderung:

14.12.2007