Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Effekt von Rituximab und/oder einer Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation bei Patienten mit follikulären Lymphomen im Rezidiv

Titel des Originals:

Effect of Rituximab and/or High-Dose Therapy with Autotransplant at Time of Relapse in Patients with Follicular Lymphoma

Abstract-Nr.:

386

Jahr:

2007

Original im Internet:

Abstract

Autor/en:

Bertrand Coiffier, Pauline Brice, Richard Delarue, Corinne Haioun, Bertrand Souleau, Nicolas Mounier, Pierre Feugier, Hervé Tilly, Catherine Sebban Hematology, Hospices Civils de Lyon, Pierre Benite

Institution/en:

Hematology, Hopital Saint-Louis, Paris, France; Hematology, Hopital Necker, Paris, France; Hematology, Hopital Henri Mondor, Creteil, France; Hematology, HIA Percy, Clamart, France; Hematology, CHU, Nice, France; Hematology, CHU Brabois, Vandoeuvre les Nancy, France; Hematology, Centre Henri Becquerel, Rouen, France; Hematology, Centre Leon Berard, Lyon, France

Zusammenfassung des Berichts

Die retrospektive Studie zeigt, dass Patienten mit rezidivierten follikulären Lymphomen (FL) von einer Rituximab-haltigen Salvagetherapie und einer Hochdosistherapie (HDT) mit autologer Stammzelltransplantation (ASZT) mehr profitieren als von einer alleinigen Rituximab-haltigen Salvagetherapie, wenn sie zunächst nur mit Chemotherapie behandelt wurden. Die Daten müssen durch eine prospektive Studie bestätigt werden.

Bericht über die Inhalte der Studie

Begründung, Rationale

Rituximab und HDT mit ASZT sind etablierte Therapieverfahren bei Patienten mit FL. In dieser retrospektiven Untersuchung an 364 Patienten unter 60 Jahren, die als Primärtherapie nur eine CHVP-Chemotherapie plus Interferon (aber ohne Rituximab) im Rahmen von 2 prospektiven Studien erhielten, sollte der Effekt von Rituximab und/oder HDT mit ASZT untersucht werden.

Fragestellung der Studie

Ereignisfreies Überleben ("event free survival", EFS) und Gesamtüberleben ("overall survival", OS) in Abhängigkeit der unterschiedlichen Salvagetherapien im ersten Rezidiv eines FL

Art der Studie

Retrospektive Analyse von zwei prospektiven Studien

Behandlung, Protokolle, Durchführung bzw. Methode

Analysiert wurden Patienten, die in Rahmen der First-line-Therapie mit einer CHVP-Chemotherapie (Cyclophosphamid, Doxorubicin, Teniposid, Prednison) und Interferon in zwei verschiedenen prospektiven Studien (GELF86- und GELF94-Studie) behandelt wurden. Die damaligen Therapien erfolgten ohne Rituximab. Von ursprünglich 364 Patienten unter 60 Jahren zeigten 255 eine Progression bzw. ein Rezidiv der Erkrankung. Davon wurden 93 Patienten mit einer HDT/ASZT behandelt, 63 Patienten erhielten Rituximab alleine oder mit Chemotherapie und 30 Patienten erhielten Rituximab gefolgt von einer HDT/ASZT.

Ergebnisse, Toxizität

Die wichtigsten Resultate können nach einem sehr langen Follow-up von 10 Jahren wie folgt zusammengefasst werden:

 Salvagetherapie ohne Rituximab ohne HDT (A)Salvagetherapie ohne Rituximab mit HDT (B)Salvagetherapie mit Rituximab ohne HDT (C)Salvagetherapie mit Rituximab mit HDT (D)
Patienten87592930
5-Jahre-EFSR24% (15-34)44% (31-56)42% (21-62)67% (42-86)
5-Jahre-SAR32% (22-42)62% (45-73)70% (42-86)92% (71-98)
p-Werte zwischen A und C: p=0,0002 und p<0,0001 für ereignisfreies Überleben seit Rezidiv (EFSR) und Überleben seit Rezidiv (SAR); p-Werte zwischen B und D: p<0,05 und p=0,01 für EFSR und SAR

Abbildung: Überlebenswahrscheinlichkeiten nach erstem Rezidiv (A/B/C/D)


Schlussfolgerung der Autoren aus der Publikation

Das bestmögliche Therapiekonzept im Rezidiv nach alleiniger primärer Chemotherapie erscheint die Gabe von Rituximab gefolgt von einer HDT mit ASZT zu sein. Diese retrospektiven Daten müssen durch eine prospektive Studie erhärtet werden.

Kommentar / Beurteilung

Diese retrospektive Studie ist leider nur noch für wenige Patienten relevant, da heutzutage fast alle Patienten primär eine Chemo-Immuntherapie erhalten, während in dieser Studie die Patienten zunächst nur eine Chemotherapie ohne Rituximab erhielten. Wenn die Daten auf die heutige Situation übertragbar wären, dann würde dies bedeuten, dass bei jüngeren Patienten mit einem rezidivierten FL eine Rituximab-haltige Salvagetherapie gefolgt von einer HDT mit ASZT das prinzipiell wirksamste Konzept darstellen würde. Dies bedarf allerdings einer Bestätigung im Rahmen einer prospektiven Phase-III-Studie.


Autor des Berichts:

Prof. Dr. med. Wolfram Brugger

Institution:

Medizinische Klinik II, Klinik für Hämatologie/Onkologie, Schwarzwald-Baar Klinikum, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Freiburg, Vöhrenbacher Str. 23, 78050 Villingen-Schwenningen

Letzte Änderung:

02.01.2008


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