Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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6.2 Hochdosis-Chemotherapie in der Erstlinienbehandlung

Autor/en: Stefan Knop, Hermann Einsele
Letzte Änderung: 30.06.2011

In einer der Arbeiten aus der Frühphase der Hochdosis-Chemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation [Attal et al. 1992] kam eine Kombination aus hochdosiertem Melphalan (140 mg/m²) und Ganzkörperbestrahlung zum Einsatz. Die Ansprechrate war ungewöhnlich hoch, die Überlebensrate nach 42 Monaten mit 81% beeindruckend. Ebenfalls bemerkenswert war, dass nur einer von 31 transplantierten Patienten an der Prozedur der Transplantation verstarb. Eine etwas höhere Rate an therapiebedingter Mortalität wurde in der Studie einer niederländischen Gruppe beobachtet, die Melphalan in der Dosierung von 140 mg/m² ohne zusätzliche Bestrahlung einsetzte: Drei von 26 eingebrachten Patienten verstarben an den Folgen der Behandlung [Lokhorst et al. 1992]. Folgende Zahlen zeigten eindrucksvoll die Bedeutung der autologen Stammzellretransfusion nach dosisintensivierter Chemo-(Strahlen-)therapie: In einer Dosiseskalationsstudie von Melphalan (60-140 mg/m²) als Monotherapie, die ohne Stammzellunterstützung durchgeführt wurde, lag die Rate an (meist infektiös bedingten) Todesfällen nämlich bei 29% [Case et al. 1992]. Dass auch eine noch höhere Melphalandosis mit ausreichender Sicherheit für die Patienten gegeben werden kann, wurde in einer britischen Studie berichtet. Melphalan wurde hier in der Dosis von 200 mg/m² ebenfalls unvorbehandelten Patienten zusammen mit Stammzellunterstützung appliziert und nur einer von 53 behandelten Patienten verstarb an der Therapie [Cunningham et al. 1994a]. Allen zitierten Studien gemein war die hohe Ansprechrate der Hochdosisbehandlung in der Initialtherapie. Zwischen 9 und 50% der Patienten erreichten eine Komplettremission. Der entsprechende Wert für konventionelle Therapien liegt bei ungefähr 3-5%. Auch für das Gesamtüberleben der intensiv behandelten Patienten deutete sich bereits in diesen frühen Untersuchungen eine Verbesserung der historischen Werte an. In einer retrospektiven Langzeitbeobachtung lag das mediane Überleben bei fast 4 Jahren [Cunningham et al. 1994b].

Bei ONKODIN publiziert in Kooperation mit "Deutscher Ärzte-Verlag"; Publikation als Buch: Deutscher Ärzte-Verlag  Deutscher Ärzte-Verlag [Mehr]
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