Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Chirurgische Therapie maligner Mesotheliome

Autor/en: J.T. Hartmann, C. Bokemeyer
Letzte Änderung: 10.12.2002

Die beiden wichtigsten Operationsmethoden, die in kurativer oder palliativer Behandlungsabsicht beim malignen Pleuramesotheliom zum Einsatz kommen, sind die Pleurektomie/Dekortikation und die extrapleurale oder totale Pleuropneumonektomie mit Teilresektion und plastischem Ersatz von Teilen des Zwerchfells und des Perikards.

Trotz eines radikalen Vorgehens mit kurativer Intention (Indikation: UICC-Stadium I, epithelialer Tumortyp, funktionelle Operabilität) weisen annäherungsweise 80% aller Patienten nach Pleurektomie einen residuellen Krankheitsbefund, meist lokalisiert an der viszeralen Pleura, dem Zwerchfell, Mediastinum oder der Brustwand, auf. Die Anzahl der Patienten, die fünf Jahre nach alleiniger chirurgischer Exzision überleben, beträgt annähernd Null.

In den meisten Fällen beschränkt sich die Chirurgie palliativ auf die Kontrolle oder Prävention maligner Pleuraergüsse und die Minderung von Tumorthoraxschmerzen und Luftnot durch ein Tumordebulking. Hierzu wird zumeist eine Talgpleurodese durchgeführt. Der symptomatische Erfolg solcher Behandlungsmaßnahmen liegt bei annähernd 90%. Bei nicht anders zu beherrschenden Ergüssen ist eine Dekortikation indiziert.

Die Pleurektomie, meist verbunden mit einer posterolateralen Thorakotomie führt in gesammelten Patientenstatistiken (N=327) bei einer Mortalitätsrate von etwa 5% zu einem medianen Überleben von 13,4 Monaten [Antman KH 1997].

Die extrapleurale Pneumonektomie ist mit einer höheren Komplikationsrate behaftet. Ernsthafte Komplikationen der Operation sind bronchopleurale Fisteln, Empyeme, Rekurrensparesen, Chylothorax oder respiratorische Insuffizienzen.
Die Mortalitätsrate liegt in einer gesammelten Statistik bei 15,5%, das mediane Überleben bei 11,1 Monaten(N=291) [Antman KH 1997].
Indikation: Diese chirurgische Methode sollte Patienten vorbehalten sein, die jung sind, einen guten Allgemeinzustand besitzen, ein Tumorstadium I mit histologisch epithelialem Tumortyp aufweisen und präoperativ technisch resektabel erscheinen mit eingekapseltem Tumor der parietalen Pleura ("klassische Indikation").

Literaturreferenzen:

  • Antman KH, Schiff PB, Pass HI:
    Benign and Malignant Mesothelioma.
    In: DeVita et. al (etd.).
    Cancer: Principles & Practice of Oncology, Fifth Ed.
    Lippincott-Raven Publishers, Philadelphia, 1997


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