Sekundäre ZNS-Lymphome: ZNS-Prophylaxe

Autor/en: L. Fischer
Letzte Änderung: 15.08.2006

Im Gegensatz zur akuten lymphatischen Leukämie (ALL) oder dem Burkitt-Lymphom werden sowohl Wertigkeit als auch Form der ZNS-Prophylaxe bei aggressiven Lymphomen kontrovers beurteilt. In einer großen Serie der GELA ("Groupe d'Etude des Lymphomes de l'Adulte") mit 974 Patienten, die alle prophylaktisch eine intrathekale Therapie sowie hochdosiertes MTX intravenös erhielten, betrug die Inzidenz von ZNS-Rezidiven 1,6% [Haioun C 2000].

Die Inkorporation ZNS-gängiger Substanzen (MTX, Cytarabin, Ifosfamid) in eine intensivierte Primärtherapie resultierte in einer geringeren Rate von ZNS-Rezidiven verglichen zur CHOP-Standardtherapie [Tilly H 2003].
In anderen Studien fand sich kein protektiver Effekt [Recht L 1988] [Bollen EL 1997]. Rituximab-Vorbehandlung zeigte in diesem Zusammenhang keinen Einfluss [Feugier P 2004].

Eine sichere Identifikation von Hochrisikopatienten, die eine Prophylaxe erhalten sollten, ist bisher nicht möglich [Bos GM 1998]. Publizierte Risikomodelle führen zum "Overtreatment" bei einem beträchtlichen Teil der Patienten [Hollender A 2002] [van Besien K 1998].

Literaturreferenzen: