Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Therapie des fortgeschrittenen Mammakarzinoms: Zusammenfassung

Autor/en: A.C. Regierer, K. Possinger
Letzte Änderung: 17.10.2005
  • Ziele der palliativen Behandlung sind Überlebenszeitverlängerung bei langfristiger Stabilisierung des körperlichen und psychischen Befindens sowie die Minderung tumorbedingter Beschwerden.
  • Die ausgeprägte biologische Varianz des Tumorgeschehens findet ihren klinischen Ausdruck in der erheblichen Unterschiedlichkeit der individuellen Krankheitsverläufe.
  • Auf Grund dieser Unterschiedlichkeit gibt es derzeit auch keinen "Goldstandard" für das therapeutische Vorgehen.
  • Ob primär Hormon- oder Chemotherapien eingesetzt werden, scheint für das Gesamtüberleben keine Rolle zu spielen.
  • Hormonelle Therapieverfahren sollten wegen der relativ geringen Nebenwirkungen primär bei Patientinnen mit positivem Hormonrezeptor-Status und/oder langsamem, beschwerdearmem Verlauf eingesetzt werden.
  • Bei prämenopausalen Patientinnen scheint die Kombination von GnRH-Analoga und Tamoxifen gegenwärtig die günstigsten Behandlungsergebnisse zu erbringen. Bei postmenopausalen Frauen sind die besten Therapieergebnisse mit Aromatasehemmern zu erreichen. Im Vergleich mit Tamoxifen zeigten sich unter Letrozol nicht nur signifikant höhere Remissionsquoten, sondern auch eine längere Zeit bis zur erneuten Progression, eine längere Stabilisierung des körperlichen Leistungsindex und eine längere Zeit bis zum erforderlichen Übergang auf eine zytostatische Therapie.
  • Als hormonelle Folgetherapie hat sich bei postmenopausalen Patientinnen die Gabe von Tamoxifen, nicht steroidalen Aromatasehemmern und der SERD-Substanz Fulvestrant als wirksam erwiesen. Gestagene sollten als 3. oder 4. hormonelle Behandlungsmaßnahme eingesetzt werden, da sie zwar gut wirksam, aber doch relativ nebenwirkungsbeladen sind.
  • Die Wahl der primären zytostatischen Therapieform hängt von der Art der adjuvanten Vorbehandlung, den tumorbedingten Beschwerden und vom Ausmaß der akut lebensbedrohlichen Situation ab.
  • Zu den wirksamsten Zytostatika gehören die Anthrazykline und Taxane. Bisher konnte nicht überzeugend belegt werden, dass durch Therapie-Intensivierungen bis hin zur Hochdosis-Therapie bessere Behandlungsergebnisse erbracht werden als mit konventionellen Polychemotherapien.
  • Auch die Alternierung, Sequenzierung und Dosis-Verdichtung konnten keine für alle Patientinnen überzeugend besseren Behandlungsergebnisse aufzeigen.
  • Die beste Behandlungsführung basiert derzeit immer noch auf der Erfahrung des behandelnden Onkologen. Nur er kann im individuellen Krankheitsfall am besten entscheiden, welches Vorgehen und welche Medikamente eingesetzt werden sollten.
  • Das gesamte medikamentöse Behandlungskonzept muss nicht nur der Tumorbiologie, den tumorbedingten Beschwerden und dem allgemeinen Gesundheitszustand der Patientin angepasst werden, sondern muss auch die häusliche und berufliche Situation mit berücksichtigen. Es ist deshalb dringend erforderlich, alle therapeutischen Möglichkeiten und Konsequenzen während des gesamten Krankheitsverlaufes regelmäßig mit der Patientin zu besprechen.
Bei ONKODIN publiziert in Kooperation mit "Deutscher Ärzte-Verlag"; Publikation als Buch: Deutscher Ärzte-Verlag  Deutscher Ärzte-Verlag
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