Epidemiologie des Mammakarzinoms

Autor/en: A.C. Regierer, K. Possinger
Letzte Änderung: 17.10.2005

Brustkrebs ist in den westlichen Ländern die häufigste maligne Erkrankung der Frau. Männer können ebenfalls, allerdings erheblich seltener, hiervon betroffen werden.
Das Mammakarzinom ist eine maligne Entartung der Drüsenepithelien der Brust. Das bösartige Wachstum kann dabei von den Epithelien der Drüsengänge oder der Läppchen ausgehen.

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Abb.: Schematischer Aufbau der Brustdrüse: A: Drüsenausführungsgang (Ductus), B: Drüsenläppchen (Lobulus), C: Ampulle, D: Mamille, E: Fettgewebe, F: M. pectoralis major, G: Rippen; Querschnitt eines Drüsengangs (A: Gangepithel, B: Basalmembran, C: Drüsenlumen)

In der Bundesrepublik Deutschland erkranken jährlich etwa 50.000 Frauen an Brustkrebs. Die Erkrankungsinzidenz liegt in Nord- und Westeuropa bei 70-120/100.000 Frauen pro Jahr. Jede 8.-10. Frau erkrankt somit im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Das Mammakarzinom ist zum einen die häufigste maligne Erkrankung der Frau, zum anderen die häufigste Todesursache für Frauen zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr.

Der Erkrankungsgipfel wird zwischen dem 45. und 75. Lebensjahr erreicht. In Südeuropa ist die Inzidenz mit 25-40/100.000 deutlich niedriger. In Asien liegt die Brustkrebsrate am niedrigsten (s. Kapitel "Risikofaktoren").

In Deutschland sterben 18.000 Frauen pro Jahr an Brustkrebs. Nach dem Bronchial- und dem kolorektalen Karzinom nimmt die Brustkrebserkrankung hinsichtlich der Sterblichkeit an Malignomerkrankungen den 3. Platz ein.

Brustkrebs tritt beim Mann nur selten auf. Die jährliche Inzidenz liegt in Deutschland bei unter 1 pro 100.000 Männer. Das mittlere Erkrankungsalter liegt mit 60-70 Jahren beim Mann deutlich höher.

Die Brustkrebsinzidenz nimmt in Europa und den USA zwar weiter zu, trotzdem konnte seit Anfang der 90er Jahre eine deutliche Abnahme der Mortalität festgestellt werden. So nahm die Brustkrebsmortalität in den USA zwischen 1989 und 1995 durchschnittlich 1,6% pro Jahr ab. Seit 1995 beträgt die mittlere jährliche Mortalitätsreduktion sogar 3,4%.
Ähnliche Senkungen der Brustkrebsmortalität sind in Großbritannien zu beobachten, während die Effekte in der gesamten Europäischen Union etwas weniger ausgeprägt sind. Doch nahm auch hier die Mortalität zwischen 1988 und 1996 um insgesamt 7% ab [Levi F 2001]. Die proportional größte Mortalitätsreduktion konnte dabei bei prämenopausalen Frauen erreicht werden. Die Reduktion der Mortalität ist neben der verbesserten und früheren Diagnostik insbesondere auf die konsequente adjuvante systemische Therapie zurückzuführen.

Zusammenfassung

Literaturreferenzen: