Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Strahlentherapie des Morbus Hodgkin beim Erwachsenen

Autor/en: B. Klimm, K. Behringer, A. Engert
Letzte Änderung: 16.09.2004

Die Strahlentherapie sollte bei frühen und intermediären Stadien möglichst bereits vor Beginn der Chemotherapie geplant werden.

Bei ausreichender Knochenmarksreserve beginnt sie unverzüglich nach Abschluss der Chemotherapie und erfolgtem Zwischen-Restaging.

Bestrahlungsfelder

Die Größe der Bestrahlungsfelder richtet sich bei frühen und intermediären Stadien nach dem initialen Befall, bei fortgeschrittenen Stadien nach der Größe eines möglichen Resttumors. Eine Bestrahlung der Lunge oder der Leber ist in Deutschland beim Hodgkin-Lymphom nicht üblich.

Extended field

Dieses Feld findet in der primären Therapie keine Anwendung mehr.

Das Prinzip der "extended field"-Therapie ist die Bestrahlung der befallenen sowie zusätzlich der angrenzenden, klinisch unauffälligen Lymphknotenregionen in Großfeldtechnik. Zu schonende Körperregionen und Organe werden durch individuell angefertigte Metallblöcke aus dem Bestrahlungsfeld ausgeblendet (Satellitentechnik). Die additive Einzelfeldtechnik ist nicht erlaubt. Typische Großfelder sind das supradiaphragmale "Mantelfeld" und das infradiaphragmale "umgekehrte Ypsilon". Das Mantelfeld umfasst die zervikalen, supraklavikulären, infraklavikulären, axillären sowie die mediastinalen einschließlich der hilären Lymphknotenregionen. Das umgekehrte Ypsilon umfasst die aortalen, iliakalen, femoralen und inguinalen Lymphknotenregionen sowie die Lymphknoten der Leberpforte, des Milzstiels und -hilus und die Milz, wenn keine Splenektomie erfolgte. Die Ausdehnung des Feldes orientiert sich am Befallsmuster.

Involved Field

Das Prinzip der "involved field"-Technik ist die ausschließliche Bestrahlung klinisch manifest befallener Lymphknotenregionen (z.B. zervikal, axillär, mediastinal etc.).
Standard ist derzeit eine Bestrahlung mit 30 Gy IF nach Chemotherapie für frühe und intermediäre Stadien.
Fortgeschrittene Stadien erhalten ggf. 30 Gy Radiatio auf Restgewebe. Einzeldosis 1,8-2 Gy täglich an 5 Tagen, 10 Gy Wochendosis. Ob in bestimmten Fällen eine Reduktion der Strahlendosis (z.B. von 30 auf 20 Gy) erfolgen kann, wird durch aktuelle Studienauswertungen ermittelt.

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