Morbus Hodgkin beim Erwachsenen: Stadieneinteilung

Autor/en: B. Klimm, K. Behringer, A. Engert
Letzte Änderung: 16.09.2004

Klinische Stadieneinteilung nach der Ann-Arbor-Klassifikation

Die Stadieneinteilung erfolgt nach der Ann-Arbor-Konferenz von 1971 (modifiziert) [Rosenberg SA 1971].

Klinische Stadieneinteilung nach der Ann-Arbor-Klassifikation

Stadium

Beschreibung

I 

Befall einer einzigen Lymphknotenregion (I,N) oder Befall einer einzigen Lymphknotenregion mit Übergriff auf benachbartes extralymphatisches Gewebe oder einzelner, lokalisierter Herd in einem extralymphatischen Organ (I,E), (exklusive Leberbefall: immer Stadium IV).

II 

Befall von 2 oder mehr Lymphknotenregionen auf der gleichen Seite des Zwerchfells (II,N) oder lokalisierter Befall eines extralymphatischen Gewebes und einer oder mehrerer Lymphknotenregionen auf der gleichen Seite des Zwerchfells (II,E).

III 

Befall von Lymphknotenregionen beidseits des Zwerchfells plus/minus Milzbefall oder Befall von Lymphknotenregionen beidseits des Zwerchfells plus/minus Milzbefall zusätzlich zu lokalisiertem Befall extralymphatischen Gewebes.

IV 

Nichtlokalisierter, diffuser oder disseminierter Befall eines oder mehrerer extralymphatischer Organe oder Gewebe, mit oder ohne Befall des lymphatischen Systems

N=nodal (Lymphknoten, Milz, Thymus, Waldeyer-Rachenring, Appendix und Peyer-Plaques) E=extranodal

Allgemeinsymptome treten in etwa einem Drittel der Fälle auf. Fehlen sie, so erhalten die Stadien I bis IV den Zusatz A, wenn mindestens eines der folgenden Allgemeinsymptome vorliegt den Zusatz B:

B-Symptome:

Risikofaktoren

Als Risikofaktoren gelten klinische Merkmale, die zusätzlich zum Ann-Arbor-Stadium das Risiko für eine ungünstige Prognose erhöhen.
In den Studien der Deutschen-Hodgkin-Lymphom-Studiengruppe (DHSG) werden die folgenden Befunde als Risikofaktoren bei der Therapieplanung definiert:

Definition der Lympknotenareale

Die für die Definition des Risikofaktors "mindestens 3 Lymphknotenareale" benutzte Definition von Lymphknotenarealen (Abb. 4) deckt sich nicht mit der Definition von Lymphknotenregionen (Abb. 3) nach Ann-Arbor, sondern fasst z.T. mehrere Lymphknotenregionen zusammen.

Folgende Lymphknotenareale werden definiert:

Bulk bezeichnet einen Lymphknoten oder ein Lymphknotenkonglomerat von 5 cm oder mehr im CT; dies gilt nicht als Risikofaktor im o.g. Sinne. Lymphknotenareale sind nicht gleich Lymphknotenregionen.

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Abb. 3: Lymphknotenregionen

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Abb. 4: Lymphknotenareale

Literaturreferenzen: